Hoopter Hooligans auf dem Zollenspieker

Bergedorfer Zeitung, 9. September 1918

Es war wirklich ungeniert, was die jungen Burschen aus Hoopte und Stöckte vom Südufer der Elbe da auf dem Zollenspieker trieben, und es zeigt nebenher noch zweierlei: einmal, dass auf dem „Spieker“ immer etwas los war (siehe den Beitrag zu Bahlmanns Gasthaus), und dann, dass eine Anordnung des stellvertretenden Generalkommandos, nach der Boote gegen unbefugte Benutzung zu sichern seien, offenbar nur teilweise umgesetzt wurde: zwar waren die hier betroffenen Boote mit Schloss und Kette versehen, aber Ruder sowie Riemen oder Segel waren offenbar nicht entfernt worden (vgl. den Beitrag Schleichhandel zu Wasser), was den „Överelvschen“, die die „Wirtshausfreuden“ suchten, die Querung der Flusses ermöglichte.

Ob die Empfehlung des Verfassers des Artikels, den Hooligans eine „tüchtige Tracht Prügel“ zu verabreichen, wirklich so radikal war, kann man in Frage stellen: nach Erzählungen mittlerweile verstorbener Vierländer kam es damals sowieso häufig zu Prügeleien zwischen den Jugendlichen von Nord- und Südufer der Elbe, meistens wegen der Mädchen, aber manchmal auch „nur so“.

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