Die „Dorfschaft“ Geesthacht war 1924 zur Stadt erhoben worden, aber zumindest in Bezug auf Trinkwasser und Abwasserversorgung blieben die Verhältnisse schlicht dörflich. Zum Vergleich: in der Stadt Bergedorf erhielt man Leitungswasser aus einem modernen Grundwasserwerk, es gab Kanalisation und ein Klärwerk, und auch wenn es damit nicht zum besten stand, waren die Verhältnisse um Klassen besser als in Geesthacht und den Vierlanden. Nun forderten die Geesthachter Stadtvertreter (wieder einmal) Maßnahmen.
Schon 1913 hatte man einen Plan entwickelt, Geesthacht mit einer Schmutzwasserkanalisation zu versehen, doch die erforderte (statt der üblichen Brunnen) ein kommunales Trinkwasserleitungsnetz, und das benötigte Wasserwerk brauchte elektrischen Strom, den es aber erst nach Kriegsende gab. Dann machten Inflation und wirtschaftlicher Zusammenbruch die Finanzierung der nötigen Maßnahmen unmöglich – nun also sollte ein weiterer Anlauf genommen werden, auch und gerade wegen des von der Stadt beabsichtigten Siedlungsbaus, den die Stadt in bescheidenem Umfang am Richtweg vorantrieb (siehe z.B. BZ vom 16. Oktober 1925 und 17. Mai 1926). Immerhin: diese Häuser wurden mit einer zentralen Wasserversorgung auf modernem Standard versehen, aber sonst blieb alles beim alten.
Das rächte sich 1928 bei einem Großfeuer, das 20 Häuser zerstörte: da das Löschwasser weiterhin aus der Elbe gepumpt und mit Wasserwagen zur Brandstelle gefahren werden musste, breiteten sich die Flammen schnell aus (BZ vom 4. Mai 1928) – erst Jahre später wurde eine Ringleitung mit Feuerlöschhydranten gebaut, doch das Fehlen eines leistungsfähigen Abwassersiels zwang die Geesthachter, noch weitere Jahre auf Hausanschlüsse für Trinkwasser aus der Leitung zu warten (BZ vom 10. Januar 1934).


