Eisbahn, Eishacken und Frostbeulen

Bergedorfer Zeitung, 16. Januar 1926

Wenn es lange genug kalt genug war, waren sie geradezu ideal zum Eislaufen: die Brauereiteiche (auf der Karte 1904 mit der Flurstücknummer 103 bezeichnet, am östlichen Ende des Hundebaums), die für die Vereinsbrauerei auf der anderen Straßenseite angelegt worden waren. Bier wurde dort längst nicht mehr gebraut (siehe den Beitrag Bier für die Welt), aber die Teiche blieben und wurden weiter für die Eisgewinnung genutzt – und auch zum Schlittschuhlaufen. Der Pächter Richard Wallis nahm in der Anzeige den Mund ziemlich voll, denn bei Tauwetter wird er die Bahn gesperrt haben, auch wenn es keine Bindfäden regnete.

BZ, 15. Januar 1926

Wer sich ohne Schlittschuhe sicher auf dem Eis bewegen wollte, griff vielleicht zu den annoncierten Eishacken, die vermutlich unter die Stiefel zu schnallen waren – die vom DWDS angegebene Bedeutung „Hacke zum Aufbrechen von Eis“ scheint hier unpassend, ebenso eine Erklärung in der Datenbank Bayerns Dialekte Online.

Bei diesen und anderen winterlichen Aktivitäten konnte man sicher kalte Hände und Füße bekommen, bis hin zu Frostbeulen, gegen die man aber „Frostheil“ kaufen konnte. Die Firma Kukirol warb für ihre imprägnierten Einlegesohlen (ohne galvanische Einlage) und zitierte einen hochzufriedenen Kunden: „Seitdem kenne ich keine kalten und nassen Füße mehr.“ (BZ vom 18. Januar 1926)

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