Der Mäusekäufer von Sande

Bergedorfer Zeitung, 21. August 1918

Mit den grauen Mäusen wollte Ferdinand Christlieb aus Sande nicht die aktuelle Fleischlose Woche überbrücken, denn auch in den Wochen davor und danach tauchte immer wieder genau diese Anzeige auf.

 

 

Bergedorfer Zeitung, 17. August 1918

Er war ein zuverlässiger Inserent in der BZ, wie seine andere wiederholt erschienene Anzeige belegt, in der er seine Dienste als Kammerjäger anbot. Vermutlich wollte er mit den Mäusen ein Frettchen füttern, das er dienstlich einsetzte oder auch zur privaten Kaninchenjagd in den Sander Tannen und den Boberger Dünen. Die gefangenen Kaninchen wollte der Jäger, hier der Frettierer, dann sicher verkaufen, und um die Frettchen zu füttern, wollte er Mäuse nehmen (deren Zahl angesichts der Lebensmittelknappheit sicher auch rückläufig war), und dafür war er bereit, Geld auszugeben.

Bergedorfer Zeitung, 26. September 1918

Jeden Preis allerdings wollte er nicht zahlen: 50 Pfennig für eine Maus waren ihm dann doch zuviel. Das kann man verstehen, denn eine Hausmaus wiegt nicht mehr als 25 Gramm, woraus sich dann ein Preis von 10 Mark pro Pfund ergeben hätte, und der schien ihm nicht angemessen.

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