Angeblich waren die Preise für Seefisch kaum gestiegen – im Gegensatz zu „Warmblüterfleisch“. Das zumindest legt die Ankündigung nahe, dass nun auch in Bergedorf billiger Seefisch in den Handel kommen sollte. Nur aus der Anzeige eines Viehhändlers aus Sande kann man die Relation der Fisch- zu den Fleischpreisen erschließen: er bot „fette Gänse“ zum Preis von 1,20 Mark pro Pfund an (BZ vom 19. Dezember); die Fleischer verzichteten in ihren Inseraten auf Preisangaben.
Die gleichzeitige Ankündigung eines von der Staatlichen Fischereidirektion herausgegebenen Fischkochbuchs sollte Lücken von Kenntnissen in der Zubereitung schließen, z.B. für den „Karpfen der Minderbemittelten“, den Rotbarsch (BZ vom 14. Dezember 1925).
Man weiß nicht, ob die Fischpreise subventioniert waren, aber man kann es vermuten: warum sonst sollte die „Staatliche Fischereidirektion“ das Angebot billiger Seefische betreiben? Jeden Dienstag und Donnerstag sollte Fisch „in bester Beschaffenheit“ an die sechs sich in Bergedorf an der Aktion beteiligenden Händler geliefert werden.
Ein weiterer Fischverkäufer unterbot den Preis für Rotbarsch sogar – er gehörte offenbar zu den „Karrenhändlern“ auf dem Wochenmarkt: vielleicht gab er die Ersparnis bei der Ladenmiete an seine Kunden weiter, aber es könnte auch an der Beschaffenheit seiner Ware gelegen haben.
In der Weihnachtswoche reduzierte Johs Kruse den Rotbarschpreis auf 15 – 20 Pfennig pro Pfund – lebenden Holsteiner Karpfen konnte man bei ihm für 1,50 Mark pro Pfund bekommen (BZ vom 21. und 23. Dezember), das war also nichts für „Minderbemittelte“.



