Schenkt Bücher zu Weihnachten!

Bergedorfer Zeitung, 12. Dezember 1925

Der (fiktiven) Tante Anna wird es kein Problem bereitet haben, den Brief ihrer (fiktiven) Nichte Suse zu lesen. Das dürfte heute anders sein, aber 1925 lernten Kinder in der Schule, die deutsche Sütterlinschrift zu schreiben – Tante Anna hatte vermutlich die sehr ähnliche deutsche Kurrentschrift gelernt. (Zu den Schriftarten siehe auch den Artikel zu den Schulreformgedanken.)

Suse hoffte, dass die Tante ihr ein Teddibilderbuch schenken würde („oder sonst ein schönes“), wie sie es im (realen) Schaufenster von Köster und Wobbe gesehen hatte, denn dort konnte man laut Suse die besten Bilderbücher kaufen, was Hugo Fuhr sicher bestritt: Bilder- und Malbücher zählten ebenso zu seinen Weihnachtsangeboten wie Romane und Jugendschriften (Anzeige in der BZ, ebenfalls 12. Dezember). Noch ein dritter Buchhändler inserierte an diesem Tag: Max Kirchner hatte seine Ausstellung von Jugendschriften und Bilderbüchern sogar ausgelagert.

Bergedorfer Zeitung, 12. Dezember 1925

Eine ganzseitige Anzeige des Kaufhauses Karstadt in Hamburg gibt einen Einblick in das damalige Spektrum literarischer Produkte mit Preisen zwischen Pfennigbeträgen und 12 Mark pro Band (Direktlink zur Anzeige in der BZ vom 5. Dezember, S. 4). Welche Empfehlungen die „Zentralkommission für Unterhaltungsabende der Arbeitervereine der Vierlande und der Hamburger Marsch“ bei ihrer Ausstellung von Büchern und Wandschmuck gab (Anzeige in der BZ vom 27. November), ist genauso unbekannt wie die Organisation selbst.

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