Was schenkt man bloß zu Weihnachten?

Hier eine Auswahl von Angeboten aus der Bergedorfer Zeitung vom Dezember 1916:

Bergedorfer Zeitung, 6. Dezember 1916

Bergedorfer Zeitung, 6. Dezember 1916

Bergedorfer Zeitung, 9. Dezember 1916

Bergedorfer Zeitung, 9. Dezember 1916

Bergedorfer Zeitung, 13. Dezember 1916

Bergedorfer Zeitung, 13. Dezember 1916

 

 

 

 

 

Bergedorfer Zeitung, 15. Dezember 1916

Bergedorfer Zeitung, 15. Dezember 1916

Bergedorfer Zeitung, 12. Dezember 1916

Bergedorfer Zeitung, 12. Dezember 1916

 

 

Bergedorfer Zeitung, 9. Dezember 1916

Bergedorfer Zeitung, 9. Dezember 1916

Bergedorfer Zeitung, 15. Dezember 1916

Bergedorfer Zeitung, 15. Dezember 1916

Nach diesen Inseraten zu urteilen waren Bergedorfs Geschäfte auf die verschiedensten Wünsche und Geschenkideen eingestellt, von Federboas über Uhren bis zu Ausrüstungsgegenständen für Soldaten und Kriegsspielzeug, und allen Sammelbemühungen zum Trotz (siehe den Beitrag Gold gab ich für Papiergeld) warb ein Goldschmied immer noch für die Produkte aus seinem Gold- und Silberwaren-Lager.

Wenn man allerdings mit den Inseraten vom Dezember 1914 vergleicht (siehe den Beitrag Kontraste zu Weihnachten), so fällt auf, dass kaum Angebote für den Weihnachtsschmaus gemacht wurden. „Flußlachs in Gallert“ klang noch einigermaßen attraktiv, ansonsten wurden grüne Heringe, Elbfische, eingelegte Gurken, Kriegsmus und Scheibenhonig offeriert, und ein Schlachter aus Sande wies darauf hin, dass er mehrere Pferde geschlachtet hatte. Im Übrigen war man auf die kargen Rationen der Lebensmittelkarte (ohne Extra-Rationen zu Weihnachten) angewiesen oder bei entsprechender Zahlungskraft auf den Schwarzmarkt.

Dass alle werblichen Maßnahmen des Einzelhandels nur einen Teil der Bevölkerung ansprachen, wird aus der Annonce des Vaterländischen Frauenvereins für Geesthacht und Umgegend deutlich: in dem Spendenaufruf heißt es in aller Klarheit: „Die Zahl der Bedürftigen ist sehr viel größer als sonst.“

Bergedorfer Zeitung, 15. Dezember 1916

Bergedorfer Zeitung, 15. Dezember 1916

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2 Kommentare zu Was schenkt man bloß zu Weihnachten?

  1. Matthias Schümann sagt:

    …die Anzeige „Empfehle als Weihnachtsgeschenke“ von „Carl Sievers“ – handelt es sich dabei um denselben Carl Sievers, der auch das Wasserwerk im Möörkenweg gründete? Dies interessiert mich aus genealogischen Gründen, da Carl Johann Sievers ein Bruder meiner Ur-Ur-Urgroßmutter Anna Sophia Elisabeth Sievers (verh. Meyer) war.

    Mit freundlichen Grüßen
    Matthias Schümann

    • Bernd Reinert sagt:

      Hallo Herr Schümann,
      mit ziemlicher Sicherheit: nein, das war er nicht. In den Bergedorfer Adreßbüchern von 1912 und 1915 sind mehrere Carl Sievers verzeichnet, aber außerdem 1912: „Sievers, Leo, Ing., Direktor, Reinbeker Weg 42“ und 1915: „Sievers, Leo, Direktor des städtischen Wasser- und Elektrizitätswerks, Reinbeker Weg 42“. Wahrscheinlich hatte der „Wasserwerker“ mehrere Vornamen, darunter auch Carl. Der Carl Sievers, der die Annonce in die Zeitung setzte, war laut Adreßbuch 1915 „Sievers, Carl, Messerschmied, Neue Straße 2“.

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