Kleinanzeigen mit Frdsw. und Hungerharke

BZ, 30. Juli 1920

Oft geben Kleinanzeigen einen Einblick in das alltägliche Geschehen und nicht alle sind spontan zu verstehen, wenn man sie nicht in ihrer Zeit sieht: die Abkürzung „Frdsw.“ steht für „Friedensware“, und das sollte gute Qualität signalisieren (zu Kriegstextilien siehe den Beitrag zur Bekleidungsfrage).

BZ, 9. August 1920

Bei dem Begriff „Hungerharke“ werden heute viele Menschen an das Luftbrückendenkmal auf dem Berliner Flughafen Tempelhof denken, das 1951 errichtet wurde (Näheres und Abbildung bei Wikipedia) – vor hundert Jahren war der Begriff wörtlich zu verstehen: laut Digitalem Wörterbuch der deutschen Sprache war es eine „große Harke, mit der man auf dem abgeernteten Getreidefeld die liegen gebliebenen Ähren zusammenharkt“, denn man konnte es sich nicht leisten, teure Getreidekörner den Vögeln oder Tieren zu überlassen.

BZ, 31. Juli 1920

Die „Schottische Karre“ (auch Schottsche Karre genannt) ist mittlerweile auch außer Gebrauch geraten, aber als Museumsobjekt ist sie im Stormarner Dorfmuseum vorhanden (siehe Abbildung): sie wurde von Menschen gezogen zum Transport kleinerer Lasten eingesetzt.

BZ, 28. Juli 1920

Die zum Kauf angebotene Ziehhündin wird vor eine Hundekarre gespannt gewesen sein (siehe Abbildungen bei Wikipedia) – wenn man heute bei einer der gängigen Suchmaschinen den Begriff „Hundekarre“ eingibt, stößt man vor allem auf Karren, die für den Transport von Hunden gedacht sind. Die Zeiten haben sich halt geändert.

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