Fahrschulen: vom Pferd zu Pferdestärken

Bergedorfer Zeitung, 4. Februar 1926

Lange Jahre verstand man unter dem Begriff Fahrschule eine Ausbildungseinrichtung für den Umgang mit Pferd und Wagen – vielleicht deshalb inserierte Fritz Bundesen im Februar 1926, dass er nun eine Auto-Fahrschule eröffnet hatte. Es dürfte die erste Einrichtung dieser Art im Bereich Bergedorf-Sande gewesen sein.

Die Motorisierung des Verkehrs nahm weiter zu: das der Baupolizeibehörde unterstellte Aufsichtsamt für Dampfkessel und Maschinen berichtete, dass 1925 in Hamburg ein Kraftfahrzeug auf 106 Einwohner kam (reichsdeutscher Spitzenwert!) und sich die Zahl der Prüfungen „nahezu verdoppelt“ hatte (BZ vom 12. Februar 1926).

Bergedorfer Zeitung, 18. März 1926

So nimmt es nicht Wunder, dass in Bergedorf sehr bald weitere Fahrschulen für Motorfahrzeuge auf den Plan traten. Bei Georg Jordan konnte man binnen zwei Wochen zur Führerscheinprüfung gelangen, also sehr viel schneller als heute. H. Falke am Mohnhof hatte sich in den letzten Jahren vom Fahrrad- zum Motorradhändler entwickelt und bot neben Reparaturen und Zubehör aller Art seine „Benzinzapfstelle“ sowie seine Fahrschule an – da die Führerscheinbefreiung für kleinere Motorräder aufgehoben worden war, wird es Nachfrage gegeben haben. (BZ vom 16. Februar 1926).

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