Die Nettelnburger Wander-Verkaufsstelle

Bergedorfer Zeitung, 17. Februar 1926

Bergedorfer Zeitung, 13. Februar 1926 (verkleinerte Wiedergabe)

Jeden Dienstag konnten die Nettelnburger eindreiviertel Stunden lang Kolonialwaren von der „Wander-Verkaufsstelle“ der Produktion, von der BZ als „fahrbarer Krämerladen“ bezeichnet, in der Siedlung kaufen – Otto Kollers Colonialwarenhandlung bekam Konkurrenz.

Die Produktion war im Wesentlichen eine Konsumgenossenschaft. In ihren damals 285 Läden, darunter auch solche im Raum Bergedorf-Sande (BZ vom 12. Januar 1926), durften nur die weit über 100.000 Mitglieder einkaufen (siehe hierzu 50 Jahre Produktion, passim, und Wikipedia). Ab Mitte Februar 1926 wollte die PRO ihren Mitgliedern in Nettelnburg im wörtlichen Sinne mit einem Verkaufs-Lkw entgegenkommen und ihnen den langen Weg von der PRO in der Bahnstraße bis in die Neubausiedlung auf dem ehemaligen Gutshof Nettelnburg ersparen. Die Ladenöffnungszeit war allerdings arg begrenzt, das Sortiment eher schmal und man musste Genossenschafts-Anteilseigner werden.

So konnte sich Kollers Laden weiterhin behaupten (siehe die Abbildung im vom Kultur- und Geschichtskontor Bergedorf herausgegebenen Buch über Nettelnburg, S. 108), auch noch nach Inbetriebnahme einer stationären provisorischen PRO-Verkaufsstelle 1928. Erst 1955 wurde das Kaufhaus der Produktion an der Nettelnburger Straße errichtet – es ist mittlerweile genau so Geschichte wie der Konsum-, Bau- und Sparverein „Produktion“, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht, insgesamt.

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