Die Bahnhofswirtschaften ohne Bahn

Bergedorfer Zeitung, 27. Juli 1920

Mehrere Bahnhofsgebäude im östlichen Streckenabschnitt der Hamburger Marschbahn  waren offenbar fast fertiggestellt – die Bahn nicht. Anders als bei den schon vorhandenen Bahnhöfen auf den Strecken Bergedorf – Geesthacht und Bergedorf – Zollenspieker sollte eine Kombi-Lösung eingeführt werden: in den Bahnhöfen wurden Gaststätten eingerichtet, und der Gaststättenpächter musste als Nebentätigkeit den Fahrkartenverkauf sowie die Abrechnung des Güterverkehrs übernehmen (siehe hierzu den Aufsatz von Stefan Meyer, S. 229). Das war zum Vorteil aller: die BGE brauchte kein Personal abzustellen, die Fahrgäste konnten sich versorgen und der Wirt hatte eine geringere Pacht zu zahlen.

Auch der Bahnhof Altengamme wurde bereits 1920 errichtet, sein Betrieb aber nicht öffentlich ausgeschrieben. Für die Station Neuengamme-Elbdeich wurde eine Kate in der Nähe der Station angekauft, vermutlich ebenfalls 1920 – die weiteren Bahnhofsgebäude (alle mit Wirtschaften) auf dem östlichen Streckenabschnitt durch die Vierlande folgten erst Jahre später (vgl. Stefan Meyer, a.a.O., S. 229-245).

Der Gaststättenbetrieb begann recht zügig, wie die folgenden Annoncen belegen:

Bergedorfer Zeitung, 22. Oktober 1920

Bergedorfer Zeitung, 27. November 1920

 

 

 

 

 

Das war weit bevor der erste Zug fuhr, und auch lange nach dem letzten Marschbahn-Zug gab es die Wirtschaften, von denen heute nur noch eine als solche existiert: die Bahnhofsgaststätte Fünfhausen in einem Neubau an der Stelle des abgebrochenen winzigen Bahnhofs.

 

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