Die Forderung nach Mindestlohn

Bergedorfer Zeitung, 2. August 1919

Die „Schaffung eines Minimallohnes für Bergedorf-Sande“ war offenbar unter den Gewerkschaftsfunktionären des örtlichen Gewerkschaftskartells umstritten: es gab eine „längere Aussprache“ über den entsprechenden Antrag des Fabrikarbeiterverbands – schließlich wurde hierzu eine Kommission eingesetzt, über deren Arbeitsergebnisse der BZ aber nichts zu entnehmen war, und bis zur Einführung eines deutschlandweiten Mindestlohns sollte es noch ein knappes Jahrhundert dauern.

Ob der im vorletzten Absatz genannte Vertreter der Landarbeiter wirklich von einer „Gefahr des Landarbeiterstreiks“ sprach, ist unsicher, könnte aber dadurch erklärt werden, dass er vor Versorgungsengpässen bei einem Streik warnen wollte. Vielleicht war dies aber auch die Wortwahl des Redakteurs. Streiks in der Landwirtschaft gab es in verschiedenen Teilen des Reichs (z.B. BZ vom 17. Juli).

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