Die Damen des Vaterländischen Frauenvereins Geesthacht

Bergedorfer Zeitung, 12- Februar 1918

227 Mitglieder hatte der Vaterländische Frauenverein für Geesthacht und Umgegend aktuell, wie die Vorsitzende Frau Dr. Ritter berichtete, die Ehefrau des Leiters der Lungenheilanstalt Edmundsthal-Siemerswalde, die sich bestimmt freute, dass „von den benachbarten Fabriken die Damen fast vollzählig dem Verein beigetreten“ waren – wohlgemerkt: die Damen, nicht die nach tausenden zählenden Arbeiterinnen der Pulverfabrik Düneberg und der Dynamitwerke Krümmel.

Aus dem Jahresbericht wird deutlich, wie schwierig die Versorgungslage war: „da Kleidungsstücke und dergleichen nicht zu beschaffen waren“, wurden Bedürftige zu Weihnachten mit Geldgeschenken bedacht – in den Vorjahren hatte man um Spenden von „Lebensmitteln, Äpfeln, Nüssen“ (siehe den Beitrag Bescherung zwischen Spielzeug und Armut) bzw. „um abgelegte Kindersachen, um Äpfel und um noch brauchbare Spielsachen“ gebeten (siehe den Beitrag Was schenkt man bloß zu Weihnachten?): 1917 trennten sich die potentiellen Geber eher von Geld als von Lebensmitteln oder Kleidung, und auch die „eigentliche Friedensarbeit“ des Vereins, die „Austeilung von Milch und sonstigen stärkenden Sachen“ konnte nicht geleistet werden.

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