Das war schon gemein: laut Hamburger Volkszeitung hatten die Bergedorfer Architekten Distel und Grubitz dem Hamburger Stadttheater zum hundertsten Jubiläum „einen neuen Hintern gegeben“ (HVZ vom 2. Oktober 1926). Völlig daneben lag das nicht, denn das Bühnenhaus des Stadttheaters, eben der hintere Teil, war ein kompletter Neubau mit neuester und aufwändigster Bühnen- und Brandschutztechnik, seine äußere Hülle in der Art-déco-geprägten Formensprache der Zeit gehalten.
(Abbildung aus: Festschrift „Zur Eröffnung des Hamburger Stadttheaters 1926“, S. 27. Weitere Fotografien ebenda.)
Art déco fand sich auch im Zuschauerhaus: Distel hatte es verstanden, die Landespolitik davon zu überzeugen, dass auch dieses umgebaut werden müsse, was dann natürlich zu beträchtlichen Mehrkosten führte: die anfangs auf 2,5 Mill. Reichsmark geschätzten Baukosten verdoppelten sich, und die Maßnahmen im Zuschauerhaus erforderten weitere 2 Millionen. Das veranlasste die Bürgerschaft zur Prüfung, wie so etwas geschehen konnte – am Ende stellte sie fest, dass die Kosten angemessen waren und kein Geld verschwendet worden war; es sei aber „wünschenswert“, dass in Zukunft vor der Beschlussfassung eine präzisere „Kostenberechnung“ vorliege (Hamburger Echo vom 1. Mai 1927) – an dem Thema wird auch heute noch gearbeitet.
Die Festschrift Zur Eröffnung des Hamburger Stadttheaters enthält neben einigen Reden, u.a. von Hermann Distel, mehrere Abbildungen. Weitere Fotografien wurden in der Fremdenblatt-Beilage Rundschau im Bilde vom 3. September 1926 und Rundschau im Bilde vom 22. September 1926 wiedergegeben, auch im Hamburgischen Correspondenten und Börsenhalle am 25. September 1926.
Die Bergedorfer Zeitung beschränkte sich auf beschreibende Worte – Fotografien gab es in ihr noch nicht.



