Wäschewaschen – Wäschemangeln – Wäscheplätten: das waren vor hundert Jahren anstrengende und zeitraubende Arbeiten. Wer es sich leisten konnte, ließ all dies durch Dritte erledigen, entweder im Hause oder „außer dem Hause“, durch eine Waschfrau oder in einer Großwäscherei, in Bergedorf z.B. bei Alpheis am Gojenbergsweg oder Christen an der Wentorfer Straße (Anzeigen in der BZ vom 22. April 1924 und 24. Juni 1925).
Erleichterung konnten Elektrogeräte bringen: Bügeleisen dieser Art waren schon seit Jahren in manchen Bergedorfer Haushalten in Gebrauch, auch „elektr. Haartrockenapparate ‚Fön‘“ (siehe z.B. BZ vom 7. September 1918, 13. Dezember 1919 und 15. Dezember 1920) – nun wollte Wilhelm Schneide aus Neuengamme Waschmaschinen mit Elektroantrieb verkaufen.
Man kann davon ausgehen, dass elektrische Waschmaschinen im Raum Bergedorf schon länger in Gebrauch waren: im Vorjahr war als 2. Preis bei einem Preiskegeln eine „Waschmaschine mit Motor, Marke Miele“ ausgelobt worden.
Dieser Hersteller inserierte im zweiten Halbjahr 1926 selbst in der BZ: er hob hervor, dass das Waschen per Hand mit Zinkwanne und ggf. Waschbrett eine wirkliche harte und mühsame schweißtreibende Arbeit war, während der elektrische Strom zum Antrieb von Mieles Apparat Zeit und Anstrengung ersparte und so das Familienglück förderte.
Aber da Vater über das Geld verfügte und ja nicht waschen musste, wird es noch lange gedauert haben, bis so eine Waschmaschine ins Haus kam.



