Die Malariagefahr in Bergedorf

Bergedorfer Zeitung, 16. April 1926

Zwei angesehene Bergedorfer Ärzte warnten: die Verlegung der Badeanstalt in der Bille zum Rethwärder werde „mit größter Wahrscheinlichkeit Malaria-Krankheiten hervorrufen“. Zudem sei das Wasser dort „nicht genügend rein“, außerdem seien die Kosten zu hoch.

Die Argumentation mit der Malariagefahr überrascht, denn im Frühjahr 1926, vor Beginn der Arbeiten, war der Rethwärder in etwa demselben Zustand wie in der Karte von 1875 dargestellt: ein feuchtes Gebiet, das heute unter Biotopschutz gestellt würde, und in einem solchen Bereich hätten Malariamücken bessere Brutmöglichkeiten gefunden als in einem intensiv genutzten Freibad ohne stehendes Wasser.

Die Bedenkenträger (Rudolf) Chrysander und (Paul) Lüders konnten sich nicht durchsetzen: kurze Zeit später begannen die Bauarbeiten. Durch die neue Wasserfläche hervorgerufene Malariafälle wurden bisher nicht registriert.

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