Eher Gestank als Idylle verbreiteten vor hundert Jahren die Bergedorf umgebenden bzw. durchziehenden Gewässer: von Osten kommend die Brookwetterung, im alten Siedlungskern der Blickgraben und von Sande her der Grenzgraben, der an der Holstenstraße abknickend zu einem rein bergedorfischen Gewässer wurde (siehe die präzise Darstellung des Verlaufs in der Karte 1875).
In einem Leserbrief hatte sich unlängst ein Bergedorfer über den „die Luft verpestenden schlammig stinkenden Inhalt“ (BZ vom 1. Juni 1926) des Grabens beklagt – der Graben war zwar auf der Bergedorfer Seite längst verrohrt (siehe die Karte 1904), doch die eingeleiteten Abwässer aus Sande, die schließlich in den Bergedorfer Hafen flossen, verloren dadurch ja nicht an „Aroma“.
Die nun durchgeführte „gründliche Reinigung“ verschuf wohl vorübergehend olfaktorische Erleichterung durch besseren Abfluss, aber der Grabeninhalt floss bis zur Besielung Sandes (Baubeginn 1932, siehe Lohbrügge Band 1, S. 25, und BZ vom 31. Mai 1937) weiter ungeklärt nach Bergedorf.


