Endlich: Schulzahnpflege in Bergedorf

Bergedorfer Zeitung, 1. September 1926

„Kranke Zähne, kranker Mund, kranker Magen, kranker Körper“ – so hatte bereits 1914 ein Bergedorfer Zahnarzt die Notwendigkeit einer ärztlichen Zahnpflege für Schüler begründet, aber es passierte erst einmal nichts. In Hamburg gab es seit 1911 eine solche Einrichtung, aber Bergedorf ging erst 1920 erste Schritte in diese Richtung: der Amtsphysikus Dr. Bohne konnte bei den schulärztlichen Untersuchungen auch die Zähne inspizieren und gegebenenfalls auf Behandlung dringen (siehe den Beitrag Ein Abend im Zeichen des Zahns), doch erst 1926 übernahmen die Zahnärzte der Allgemeinen Ortskrankenkasse Bergedorf die Untersuchungen in den Räumen der AOK. Für die Schulzahnpflege einschließlich Behandlungen zahlte die Stadt 2.000 Reichsmark.

Gut ein Jahr später stellte der SPD-Stadtvertreter Petersen fest, dass die Schulzahnpflege„innerhalb kurzer Zeit 3763 Behandlungen … ausgeführt“ hat (BZ vom 10. Dezember 1927), was die Notwendigkeit der Einrichtung unterstreicht, denn die Zahl der Schüler und Schülerinnen an den Stadtschulen lag laut Statistischem Jahrbuch 1926/27 bei 1.551 – vermutlich ist diese Zahl noch um die 78 Schülerinnen und Schüler der Hilfsschule zu erhöhen, aber auch dann ist die Zahl der erforderlichen Behandlungen erschreckend hoch.

Man wird davon ausgehen können, dass die staatlichen Schulen in Bergedorf (Hansaschule mit 530, Luisenschule mit 303 Kindern) durch die staatliche Schulzahnpflege erfasst wurden – zu den 216 Kindern des katholischen Waisenhauses liegen hier keine Erkenntnisse vor.

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