Zwar schätzte der frühere Reichskanzler Otto von Bismarck angeblich die Produkte aus der Bergedorfer Gärtnerei Chrysander (BZ vom 8. Juli 1926), doch bedeutender war Friedrich Chrysander als Musikwissenschaftler, als „Wiedererwecker“ des Komponisten Georg Friedrich Händel. Dem Andenken an den Forscher zu dessen 100. Geburtstag widmete der Rat der Stadt Bergedorf eine Fest-Aufführung Händelscher Werke, die „Cäcilien-Ode“ in der von Chrysander herausgegebenen Fassung (BZ vom 28. Juni 1926).
(Zu Chrysander siehe die Dissertation von Waltraut Schardig. Die Staats- und Universitätsbibliothek mit ihrem großen Bestand an Händel-Partituren, viele aus dem Besitz Chrysanders, hat diesen Bestand jetzt im Portal Hamburger Kulturgut Digital online verfügbar gemacht, siehe die aktuelle Meldung im Stabi-Blog.)
In jenen Tagen war noch eine größere und nachhaltigere Ehrung angeregt worden: ein Händel-Festspielhaus, das nur in Bergedorf, dem Wohnort Chrysanders, stehen konnte. Es sollte in den „Knickgärten“ an der Brauerstraße entstehen und Bergedorf zu einem „Händel-Bayreuth“ machen– ein Architektur- und ein Kostenplan wurden präsentiert sowie eine Kalkulation, die die Wirtschaftlichkeit des Hauses belegen sollte (BZ vom 22. Mai 1926). Den Entwurf des Bergedorfer Architekten Werner Engler präsentierte die BZ 1927 mittels einer Zeichnung von Bruno Karberg:
Das Vorhaben, zeitweise auch als Händel-Hasse-Festspielhaus bezeichnet, stieß auf breite ideelle Unterstützung, aber nicht so sehr auf die materielle, die 800.000 Reichsmark für den Bau hätte erbringen sollen. Der Bau unterblieb.



