Die musikalischen Freiluftver-anstaltungen des „Volkschors“ und des „Musikvereins Nie verzagt“ sollten Werbung für die Sportveranstaltungen machen, die das Arbeitersportkartell Bergedorf-Sande ausrichtete. Sogar in der Hamburger SPD-Parteizeitung wurde geworben: „Jedenfalls werden die Bergedorfer Bewohner anläßlich des Reichsarbeitersporttages etwas zu sehen bekommen, das sich in jeder Beziehung sehen lassen kann.“ (Hamburger Echo vom 11. Juni 1926)
Bei einem „Werbeabend für die Sportbewegung“ im Colosseum wurde Kulturelles, Unterhaltendes und (Saal-)Sportliches in bunter Reihe geboten, bevor der Sonntag Wettbewerbe brachte: Wassersport im Bergedorfer Hafen und ein Radrennen von Lauenburg nach Bergedorf. Am Nachmittag sollten „mancherlei Spiele auf dem grünen Rasen“ folgen, die aber einem langanhaltenden Gewitterregen zum Opfer fielen.
Das Fußballspiel Hamburg gegen Altona konnte stattfinden (1:0 für Hamburg), litt aber auch unter dem Wetter. In den Augen des Echo-Sportreporters war der Sieg eher unverdient, doch schon im Vorfeld hatte das Echo geschrieben: „Wer gewinnt, ist schließlich Nebensache.“ (Hamburger Echo vom 11. Und 14. Juni 1926)
Einen Sieger wollten die Veranstalter aber sehen: die SPD in der Auseinandersetzung mit der KPD. Das Echo bemängelte die „politische Zerrissenheit der Arbeiterschaft“: „Die übergroße Mehrheit der Sportler steht treu zum Sozialismus und lehnt jeden Gedanken der Zersplitterung entschieden ab.“ Auch sollten Arbeiter sich fernhalten von den bürgerlichen Vereinen, „die fast sämtlich Gegner des neuen Staates sind, …. und eintreten in die sozialistischen Arbeitersportvereine.“ (Hamburger Echo vom 4. Juni 1926).



