Da musste Theodor Müller, der neue Lokalredakteur der BZ, die Federn, mit denen er sich geschmückt hatte, ganz schnell wieder an den rechtmäßigen Eigentümer zurückgeben: nicht „The.Mü.“ bzw. „tm“ hatte das Thema des innerörtlichen Busverkehrs für Bergedorf entdeckt, sondern der Verkehrsausschuss der Stadtvertretung.
In einem ausführlichen Artikel hatte Müller in der BZ vom 16. Juli unter der Überschrift „Bergedorfer Notwendigkeiten“ dargelegt, dass für die entlegeneren Stadtteile die schnellere Erreichbarkeit des Bahnhofs unverzichtbar sei, weil „eine Unzahl von Kaufleuten“ in Bergedorf wohne, aber in Hamburg arbeite. Manche von ihnen würden sogar zum Mittag nach Hause zurückkehren und würden Wegezahl und -zeit damit verdoppeln. Eine Straßenbahn konnte nach Müllers Ansicht den Ortsverkehr nicht übernehmen, denn dann seien wegen der engen Straßen „schwere Stockungen des Verkehrs überhaupt nicht mehr zu vermeiden“, und überhaupt gehöre sie „zu den veralteten … unpraktischen Verkehrsmitteln“. Er schlug die Einrichtung einer Autobuslinie Bahnhof –Hauptstraße – Wentorfer Straße – Villenviertel – Hundebaum – Bahnhof mit einer zweiten Linie in umgekehrter Richtung vor und erklärte die Einbeziehung des Gojenbergs und der Brunnenstraße für wünschenswert. Das alles war aber nicht Müllers Überlegungen entsprungen, sondern denen des Verkehrsausschusses.
Mit dem Prüfauftrag des Verkehrsausschusses befasste sich der Rat der Stadt. Er kam zu einem positiven Ergebnis und forderte interessierte Firmen zur Abgabe von Angeboten auf.
Einer der Anbieter war die Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn (BGE), die seit dem 15. Mai einen Linienbusverkehr zwischen Bergedorf und Geesthacht (und Lauenburg) betrieb: ab dem 30. August ließ sie probehalber zusätzliche Busse auf der Brunnenstraße vom Bergedorfer Bahnhof bis zur Holtenklinke fahren (BZ vom 28. August), denn hierfür hatte sie ja schon die Konzession. Auch für die Linie durch das Villenviertel erhielt die BGE den Zuschlag: ab dem 4. Oktober verkehrte die Ringlinie.




