Die Polizeiübung in Geesthacht

Bergedorfer Zeitung, 28. Juli 1926

Das war ein großes Aufgebot: 500 Mann der Hamburger Polizei und des Reichswasserschutzes hielten in Geesthacht eine „Geländeübung“ ab. Es gab ein „Gefechtsbild“, ein „Gefecht“, ein „Vorposten-Geplänkel“, die „Einnahme“ eines Hügels – all das klingt weniger nach einer Polizeiübung, sondern mehr nach einem Militärmanöver.

Es dürfte kein Zufall gewesen sein, dass die Übung bei Geesthacht stattfand, wo es 1921 einen KPD-Putschversuch gegeben hatte, und dass auch 1926 die Wasserschutzpolizei dabei war – nach Ansicht der kommunistischen Hamburger Volkszeitung vom 3. August 1926 ließ der Hamburger Polizeisenator Schönfelder nun den Bürgerkrieg üben, und sie kündigte in diesem Zusammenhang an, dass die Arbeiterschaft bei den Feiern zum 50. Jubiläum des Geesthachter „Kriechervereins“ dem dort zu erwartenden „monarchistischen Treiben einen Damm entgegensetzen [werde], unter Führung der Kommunistischen Partei.“

Es kam wohl nicht zu einer KPD-Aktion – die BZ berichtete ausführlich über die Jubelfeier des „Kriegervereins von 1876 Geesthacht“ mit Kommersabend, Gefallenengedenken, Festumzug (mit 4.000 Teilnehmern), Feldgottesdienst, Reitturnier und Garten-Konzert und Ball in zwei Lokalen. Die Zeitung der KPD meldete (am 9. September) lediglich, dass die Polizei einem Auto des Roten Frontkämpferbundes die Durchfahrt durch Geesthacht verwehrte und der Wagen auf anderem Wege das nicht genannte Ziel erreichte.

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