Der „Kraftsportverein Hoffnung von 1924 Zollenspieker“ kündigte seine Sportfeste 1925 und 1926 per Zeitungsanzeige an, und auf diesen Verein und den Kraftsport soll hier der Blick gerichtet werden.
Boxen und Ringen waren 1926 unverzichtbarer Teil der Kraftsportvereine, die eben nicht nur das ein- und beidarmige „Heben“ von Gewichten praktizierten. Das „Schauturnen“ im Sinne des Kunstkraftsports, der Akrobatik, gehörte wie Freiübungen der Ringer (gymnastische Übungen ohne Turngerät) auch dazu, und mit Leichtathletik war vermutlich der Rasenkraftsport gemeint, eventuell gab es auch Vorführungen von Rundgewichtsriegen, die mit zehn Kilogramm schweren Gewichten jonglierten. Die Quellenlage im Internet ist als eher dürftig zu bezeichnen; die beste Darstellung verschiedener Aspekte wurde in der Festschrift zum 100jährigen Bestehen des Sportvereins Inzlingen 1904 (S. 19ff) gefunden.
Vom bürgerlichen SV Inzlingen auf den KSV Hoffnung zu schließen ist nicht so ohne weiteres möglich, denn der Verein aus Zollenspieker gehörte zur Arbeitersportbewegung: der 1925 avisierte „Olympiade-Weltmeister 1925“ hatte seinen Titel bei der Arbeiter-Olympiade in Frankfurt am Main 1925 (siehe den Text des Archivs der sozialen Demokratie und das Programm dieser Spiele sowie eine Erinnerungsschrift mit zahlreichen Fotografien der Wettbewerbe) errungen und nicht bei den olympischen Spielen in Paris 1924. Wenn „Hoffnung“ Vereinswettkämpfe durchführte, dann z.B. gegen den „Sportklub Eiche von 1911, Sande, Mitglied des Arbeiter-Athletenbundes“ (Anzeige in der BZ vom 31. Januar 1920) oder die Hamburger Vereine „Goliath“ und „Eiche“ (BZ vom 13. März 1926). „Goliath von 1903“ schloss sich 1948 mit der „Barmbeker Kraftsport-Vereinigung von 1903“ zur „BKSV Goliath von 1903“ zusammen, wie es in der Festschrift heißt. „Mangels Beteiligung trennte sich der BKSV GOLIATH von seinem traditionsmäßigen Kraftsport, so wurden die Sparten der Ringer, Gewichtheber und Akrobaten aufgelöst“, auch das Boxen (Festschrift S. 17). Von den anfänglichen Sportarten wird keine mehr praktiziert – der Schwerpunkt liegt heute beim asiatischen Kampfsport.
Wie lange es „Hoffnung“ auf dem Zollenspieker gab, ist nicht klar – die BZ-Meldung vom 11. April 1928 zu einem „Propaganda-Boxabend“ ist der letzte Beleg für Aktivitäten des Vereins.



