Nun konnten sich alle Bergedorferinnen und Bergedorfer ein Bild von ihrer geplanten „Fluß- und Warmbadeanstalt“ machen – die Architekturskizze aus dem Bauamt zeigte rechts im Bild den Kassenraum für das über eine Abwärtstreppe zu erreichende Flußbad. Durch den Arkadengang sollte man zu dem Kubus des „Zentralkörpers“ gelangen, weiter in das langgestreckte Gebäude (hinter den Bäumen) mit den Wannenbädern, Duschen und Räumen für therapeutische Anwendungen und dergleichen. Den Abschluss des Komplexes bildete ein mit einem Treppengiebel versehenes Wohnhaus. Alles in allem ein höchst ambitioniertes Projekt.
Das Gelände war nach Ansicht der BZ gleichermaßen günstig wie ungeeignet: die Lage an der Bille und die Größe waren ideal für den Zweck eines solchen Kombi-Bades mit Flächenreserve für ein Hallenschwimmbad – aber es handelte sich um den Rethwärder, der nicht zufällig diesen Namen trug: „Schwierig ist das Gelände dadurch, daß … der ganze Untergrund vermoort und versumpft ist“.
Das machte die Vorbereitung des Baugrundes aufwändig, denn der nicht tragfähige Boden musste ausgekoffert werden. Eigentlich sollte ein Damm den auszubaggernden Bereich von der Bille trennen, doch man hatte sich wohl verkalkuliert: der Damm brach, mit der Folge einer metertiefen Überschwemmung. Damit nicht genug: es gab einen zweiten (BZ vom 11. Juni) und einen dritten Bruch, nach dem das Thema auch die Stadtvertretung erreichte (BZ vom 23. Juni). Danach kamen ein großer Bagger und Schuten zum Einsatz, was die Arbeiten beschleunigte (BZ vom 25. Juni und 24. August) und weitere Katastrophenmeldungen ausbleiben ließ.




