Bergedorf brauchte Wohnungen. Sie sollten auf städtischem Grund an der Brauerstraße (heute Holtenklinkerstraße) und auf dem Gojenberg entstehen. Die Kleingärtner auf dem Gojenberg hatten Anfang Januar ihre Flächen räumen müssen, und über Notstandsarbeiten begann man, das Gebiet zügig zu erschließen, d.h. Siele zu legen und Straßentrassen zu planieren.
Die Verlängerung der Bergstraße (heute August-Bebel-Straße) war ebenso abgeschlossen wie die Verlängerungen der Fritz-Reuter-Straße und des Jungfernstiegs (beide zusammen heute Justus-Brinckmann-Straße), die zusammen mit dem bereits vorhandenen Gojenbergsweg die „Hauptstraßen“ des Gebiets bildeten. Nun wurden weitere Mittel für die Wohnwege vor allem zwischen Gojenbergsweg und Bergstraße beantragt, die dann auch bewilligt wurden.
Zu diesem Zeitpunkt waren zwölf städtische Wohnungen bereits im Bau, weitere 24 sollten im selben Jahr folgen (BZ vom 23. April und 29 September). Der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Bergedorf wurde ein ganzer Baublock für 60 Wohnungen zugesagt, sie konnte aber nur sechs Häuser mit zwölf Wohnungen in Angriff nehmen (BZ vom 4. Oktober 1926).
Der Wohnungsbau blieb 1926 unter den Erwartungen – so konnte zumindest ein Teil der im Januar eiligst geräumten Kleingartenflächen wieder verpachtet werden, befristet bis zum 1. Oktober. Uneingeschränkt glücklich war wohl niemand, zumal Gartendiebstähle und „Unfugmacherei“ die Schreber dazu brachten, ein Betretungsverbot für Nichtmitglieder über das Vereinsgelände zu verhängen (BZ vom 7. Juli 1926).



