Die Bergedorfer Reeperbahn war 1926 ein kurze, schmale Verbindung vom Mohnhof bzw. der Wentorfer Straße zur Brauerstraße (heute Chrysanderstraße), eingezwängt zwischen fensterlosen Seitenwänden von Häusern und daran anschließend zwei Meter hohen Begrenzungsmauern – die Situation ist heute fast unverändert, wie eine Fotografie bei Wikipedia zeigt, nur sind die Mauern durch hohe Zäune ersetzt worden. Auf der Karte 1904 ist der Weg (ohne Nennung eines Namens) eingezeichnet: er führt von der Ziffer „15“ in südsüdöstlicher Richtung zum Mohnhof.
Als die BZ erfuhr, dass eine der Begrenzungsmauern einzustürzen drohte, meldete sie dieses und hoffte, „daß die Angelegenheit zuständigerseits an Ort und Stelle geprüft und eine etwa drohende Gefahr beseitigt wird.“ (BZ vom 24. Februar)
Die Prüfung durch die zuständige Bergedorfer Verwaltung war offenbar gründlich, denn es dauerte mehr als zwei Wochen, bis der Rat eine (von Kindern wie Erwachsenen vielfach ignorierte) Sperrung anordnete, also die Gefahr bestätigte, aber dann offenbar sogleich Sicherungsmaßnahmen veranlasste.
Und nach weiteren zwei Wochen war das Werk vollbracht: Maueranker sorgten nun für Stabilität und ein Passieren war gefahrlos möglich.
Hatte dieser kleine Weg überhaupt einen Namen? Die BZ hatte offenbar Zweifel, denn sie bezeichnete ihn als „sogenannte Reeperbahn“ bzw. vom „Volksmunde“ so benannt, wobei der Volksmund wohl schon 1926 die Bezeichnung „Stinkbüdelsgang“ verwendete. Das Bergedorfer Adreßbuch 1928 führt in seinem Straßenplan (S. 33) den Namen Reeperbahn auf, was für eine offizielle Nomenklatur spricht. Heute heißt die Verbindung laut Straßenschild „Reeperstieg“.




