Die städtische Besohlanstalt

Bergedorfer Zeitung, 27. März 1918

Durchgelaufene Schuhsohlen sollte es in Bergedorf nicht mehr geben – deshalb wollte der Magistrat in einem angemieteten Laden in der Holstenstraße eine städtische Schuhbesohlanstalt einrichten, geleitet von dem reklamierten Schuhmachermeister Emil Ohde, der zusammen mit drei Gesellen und zwei weiblichen Hilfskräften (BZ vom 19. März 1918) den Bergedorferinnen und Bergedorfern wieder ein festes Auftreten ermöglichen sollte.

Welches Material zum Einsatz kommen sollte, ist nicht ganz klar – Leder jedenfalls war es nicht, denn nicht einmal für Sohlenschoner (siehe den Beitrag Treibriemen zu Schuhsohlen …) durfte es noch verwendet werden (BZ vom 5. Januar 1918), und so spricht einiges dafür, dass Holz genutzt wurde, wie es auch Karl Hack in seiner Holzpantoffelmacherei in der Bleichertwiete zur Erneuerung von Sohlen nahm (BZ vom 9. März 1918).

Bergedorfer Zeitung, 29. März 1918

Ganz glatt verlief der Start der Schuhbesohlanstalt aber nicht: kurz vor der geplanten Eröffnung am Tag nach Ostern wurde noch Personal gesucht, sodass die Eröffnung letztlich erst in der folgenden Woche erfolgte (BZ vom 6. April 1918).

Bergedorer Zeitung, 13. April 1918

Von der Bevölkerung wurde das neue Angebot schnell angenommen: schon am Wochenende musste ein Annahmestopp verhängt werden. Wann er wieder aufgehoben wurde, war in der BZ nicht zu lesen.

 

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