Die Abbildung wird 1926 für mehr BZ-Leser praktisch relevant gewesen als heute, denn die Zahl der im heutigen Bezirk Bergedorf gehaltenen Ziegen wird weit unter der vor hundert Jahren liegen: da waren es 3.794 in der Landherrenschaft Bergedorf (Viehzählung vom 1. Dezember 1926). Man sollte der Ziege, die man eventuell kaufen wollte, also schon genau ins Maul schauen (im Unterschied zum geschenkten Gaul), und da half die Zeitung.
Es wird damals in Hamburg quasi eine „Einheitsziege“ gegeben haben, die weiße Saanenziege, denn sie war das offizielle landesweite Zuchtziel: zwar gab es von Ziegenhaltern aus dem marschländischen Moorfleet eine Eingabe, eine hornlose rehfarbene Rasse ebenfalls zuzulassen, doch alle anderen Ziegenzucht-Vereine hielten an der bewährten Saanenziege fest, und so mussten die Moorfleeter ihren Bock verstoßen und sich der Anweisung der Obrigkeit beugen (BZ vom 23. Januar).
Die ausgedehnte Gemeinde Kirchwärder hatte gleich mehrere Ziegenzucht-Vereine: 1926 inserierten in der BZ die Vereine aus Seefeld (13. Januar) und Kirchwärder-Süd (26. Februar), 1927 auch der Verein Kirchwärder-Hohlack (Holake, 24. Februar 1927), und der Gemeindevorstand kümmerte sich – dem Gesetz entsprechend – darum, dass ausreichend Böcke gehalten wurden, ob in einem Verein oder in einer Bockgenossenschaft.



