Nimmt man den Stellenmarkt in der BZ als Maßstab, so hatten 1926 im Raum Bergedorf Pferdekutscher bessere Beschäftigungschancen als Chauffeure motorisierter Fahrzeuge.
Viermal inserierte jemand, der einen Chauffeur suchte, dagegen standen zwölf Chauffeure, die eine Stellung suchten.
Anders bei den Kutschern: fünf suchten Beschäftigung, während zehnmal nach einem Kutscher gesucht wurde – allerdings stammten drei Anzeigen von Otto Hars aus Oberbillwärder (BZ vom 26. Januar, 1. und 23. März), der wohl nicht auf Anhieb einen passenden „ordentlichen“ Kutscher fand.
Für Chauffeure galt, dass sie über einen Führerschein verfügen mussten – die von Hein & Dietrichs geforderten Klassen 2 und 3b entsprechen (grob) den aktuellen Klassen C und B; die verlangte Zusatzqualifikation „Autoschlosser“ verlieh wohl der Hoffnung Ausdruck, dass dann Pannen schnell behoben werden konnten.
Kutscher konnte man ohne Führerschein sein – manche Arbeitgeber suchten aber explizit jemanden, „der mit Pferden (gut) Bescheid weiß“, was ja durchaus sinnvoll erscheint.
Die Arbeitslosigkeit in beiden Bereichen war wohl eher gering: in den wöchentlich in der BZ zu findenden Erwerbslosen-Statistiken schwankte die Zahl der Chauffeure zwischen einem und fünfen – Kutscher dagegen wurden (im Gegensatz zu Geesthacht und Besenhorst) nicht aufgeführt. Im zweiten Halbjahr nannte der Bergedorfer Arbeitsnachweis zusammenfassend das „Verkehrsgewerbe“, was also eine differenzierte Betrachtung ausschließt.




