{"id":3801,"date":"2012-12-13T13:30:17","date_gmt":"2012-12-13T12:30:17","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/webis\/?p=3801"},"modified":"2012-12-13T18:05:02","modified_gmt":"2012-12-13T17:05:02","slug":"erste-persoenliche-nachlese-zum-vifa-workshops-ende-november-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/webis\/2012\/12\/13\/erste-persoenliche-nachlese-zum-vifa-workshops-ende-november-2012\/","title":{"rendered":"Erste (pers\u00f6nliche) Nachlese zum ViFa-Workshop Ende November 2012"},"content":{"rendered":"<p>Am 26. und 27. November fand in Hannover der von der DFG und der AG-SSG initiierte <a title=\"ViFa-Workshop der AG SSG und der DFG am 26. und 27. November in Hannover\" href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/webis\/vifa-workshop-der-ag-ssg-am-26-und-27-november-in-hannover\/\">ViFa-Workshop<\/a> statt. Aus nahezu allen ViFa-betreibenen Einrichtungen haben VertreterInnen an der Veranstaltung teilgenommen. W\u00e4re die Teilnehmerzahl nicht von vorne herein begrenzt gewesen, h\u00e4tten sicher noch weit mehr als ViFa\/SSG-Verantwortliche und Interessierte den Weg in die TIB gefunden. So waren wir inkl. der Organisatoren, ReferentInnen und der\u00a0 (zust\u00e4ndigen wie helfenden) KollegInnen aus der TIB ingesamt fast 60 TeilnehmerInnen an den beiden Tagen. Das Interesse, sich angesichts der anstehenden Ver\u00e4nderungen des System des Sondersammelgebiete zu treffen und auszutauschen ist verst\u00e4ndlicherweise sehr hoch und es wird sicher nicht die letzte Zusammenkunft der Beteiligten gewesen sein.<\/p>\n<p>Als einer der Organistoren des Workshops m\u00f6chte ich noch vor der Weihnachtspause ein erstes (unvollst\u00e4ndiges, pers\u00f6nliches und nicht objektives) Res\u00fcmee der Veranstaltung ziehen. Mit diesem Beitrag und noch folgenden weiteren Beitr\u00e4gen (vermutlich im Januar) hier im webis-Blog m\u00f6chten wir, abseits eines auch noch zu erstellenden Ergebnisprotokolls und ggf. anderer Publikationen, versuchen, die Workshopinhalte zu dokumentieren und allen Beteiligten (bzw. Betroffenen) die M\u00f6glichkeit einr\u00e4umen die zentralen Fragen weiter zu diskutieren. Daher an dieser Stelle auch noch mal die Bitte an alle TeilnehmerInnen, sich an dieser &#8222;Dokumentation&#8220; und weiteren Diskussionen (!!!)\u00a0 aktiv zu beteiligen.<\/p>\n<p>Den Hintergrund der Veranstaltung bildete ja das neue <a title=\"Informationen zum F\u00f6rderprogramm \u201eFachinformationsdienste f\u00fcr die Wissenschaft\u201c\" href=\"http:\/\/www.dfg.de\/foerderung\/programme\/infrastruktur\/lis\/lis_foerderbereiche_programme_aktionslinien\/fachinformationsdienste_wissenschaft\/index.html\">F\u00f6rderprogramm \u201eFachinformationsdienste f\u00fcr die Wissenschaft\u201c der DFG<\/a>, in dessen Rahmen die bisherigen Sondersammelgebiete mit ihren jeweiligen Aufgaben und Auspr\u00e4gungen (inkl. der ViFas) in den n\u00e4chsten Jahren in sogenannte Fachinformationsdienste umgewandelt bzw. \u00fcberf\u00fchrt werden. Los geht es schon im n\u00e4chsten Jahr f\u00fcr die Sozialwissenschaften und fachlich definierte Sondersammelgebiete der Geisteswissenschaften (ausgenommen Sprache\/Literatur, Geschichtswissenschaften, Ethnologie).<br \/>\nZiel des Workshops sollte eine strategische (Neu-)Positionierung der ViFas im Kontext dieser &#8222;Umstrukturierung&#8220; des SSG-Systems sein. Die Idee zu dem Workshop ist allerdings zu einem Zeitpunkt entstanden, zu dem das neue F\u00f6rderkonzept der DFG noch gar nicht ausgearbeitet war, wohl aber die Empfehlungen der Expertenkommission zu SSG-Evaluierung vorlagen und &#8211; Klammer auf &#8211; sich der vascoda-Verein gerade aufgel\u00f6st hatte &#8211; Klammer zu. Ich f\u00fcr meinen Teil w\u00fcrde den von uns (dem Organisationteam) im Fr\u00fchjahr 2012 festgelegten Workshoptitel \u201cZukunft und (Neu)Definition der Virtuellen Fachbibliotheken: Fachspezifischer One-Stop-Shop oder \u2026. ?\u201d aus heutiger Sicht schon etwas drastischer formulieren, z.B. &#8222;(K)eine Zukunft f\u00fcr ViFas im Kontext der neuen Fachinformationsdienste? &#8222;.<\/p>\n<p>Die Kernfrage, die wir mit dem Workshop versuchen wollten zu beantworten, lautete, ob das Konzept der fachspezifischen integrierten Portall\u00f6sung dem Bedarf der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entspricht, gegen\u00fcber Suchmaschinen und anderen Anbietern eindeutige Wettbewerbsvorteile und Alleinstellungsmerkmale aufweist und ob dies \u00fcberhaupt inhaltlich und finanziell von den betreibenden SSG-Bibliotheken geleistet werden kann.<br \/>\nDas &#8222;Spannungfeld&#8220;, in dem wir uns mit Impulsbeitr\u00e4gen und der Diskussion bewegt haben, m\u00f6chte ich im Folgenden kurz umrei\u00dfen. Pr\u00e4ziser soll\/kann dies dann in den nachfolgenden Beitr\u00e4gen und Kommentaren dargestellt werden.<\/p>\n<p>Einerseits lie\u00dfe sich ja &#8211; wie es J\u00fcrgen Christof (SUB Hamburg) in einem inzinierten Streitgespr\u00e4ch mit Ralf Depping (USB K\u00f6ln) getan hat &#8211; konstatieren, das ViFas (bis auf wenige Ausnahmen?) in ihrer Konzption und Nutzung &#8222;grandios&#8220; gescheitert sind. Es ist in 14 Jahren ViFa-Geschichte i.d.R. nicht gelungen die Portale in ihren jeweiligen Communities tats\u00e4chlich zu etablieren, in letzter Konsequenz bleibt eigentlich nur, sie abzuschalten, da sie die (durchaus verschiedenen) Bedarfe\/Erwartungen offensichtlich nicht erf\u00fcllen und somit die f\u00fcr Betrieb und Weiterentwicklung aufzubringenden Ressourcen nicht rechtfertigen.<br \/>\nDem gegen\u00fcber steht die &#8211; im Streitgespr\u00e4ch von Ralf Depping vertretene &#8211; Annahme, dass es nach wie vor in den Fachcommunities den Bedarf nach einem &#8222;one-stop-shop&#8220; f\u00fcr das jeweilige Fach gibt und das ViFas durchaus das Potential haben, diese Aufgabe zu erf\u00fcllen. Franz G\u00f6tz (BSB M\u00fcnchen) hat diese Position in seinem Implusreferat sogar sehr vehement vertreten und ViFas in dieser Hinsicht sogar als Erfolgsmodell bezeichnet &#8211; sie br\u00e4uchten vielfach nur einfach mehr Zeit, um in den Communities anzukommen.<\/p>\n<p>Bei genauerem Hinsehen kann\/muss\/sollte man vielleicht merken, dass die \u00dcberf\u00fchrung der bisherigen SSGs in Fachinformationsdienste eigentlich keine sanfte Anpassung\/Korrektur sondern &#8211; so dr\u00fcckte es Matthias Kaun (SBB-PK) aus &#8211; ein eklatanter Bruch zum bisherigen System ist. &#8222;Der Groschen sei nur noch nicht bei allen gefallen&#8220; ist mir in diesem Zusammenhang noch in Erinnerung &#8211; dies lasse ich jetzt gerne mal als Provokation so stehen, denn ich hatte durchaus auch diesen Eindruck.<br \/>\nMan muss aber nat\u00fcrlich auch feststellen, dass die Programminformationen und weiteren Papiere der DFG und ihrer Gremien keine L\u00f6sungen bzw. Handlungsanleitungen f\u00fcr die altbekannten und k\u00fcnftigen Herausforderungen bei der Ausgestaltung der Fachinformationsdienste anbietet, die Probleml\u00f6sung bzw. Ideenfindung vielmehr in die verantwortlichen Bibliotheken &#8222;verlagert&#8220;. Und das tut die DFG nat\u00fcrlich auch ganz bewusst, wie auch Christoph K\u00fcmmel (DFG Gesch\u00e4ftsstelle) betonte.\u00a0 Es ist Aufgabe der veranwortlichen Bibliotheken, den Kontakt zu den jeweiligen Fachcommunities zu suchen und deren spezifischen Bedarfe festzustellen und entsprechende Angebote (gemeinsam) zu entwickeln. Und eigentlich war das in der Vergangenheit auch schon so, oder? Nur das dies vielleicht durch das &#8222;Korsett&#8220; der Erwerbungsgrunds\u00e4tze etwas in den Hintergrund geraten ist. Und das wir mit dieser Herausforderung, der Einbeziehung der Fachcommunities aus verschiedensten Gr\u00fcnden nicht einfach nicht erfolgreich waren und\/oder sein konnten.<br \/>\nRandbemerkung: Grunds\u00e4tzlich gilt bei der Entwicklung von (Web)Diensten immer &#8222;Frag die NutzerInnen&#8220;. Aber was machen wir, wenn wir keine Antwort bekommen, wenn es die WissenschaftlerInnen gar nicht interessiert, was wir als Bibliotheken da machen, auch wenn wir sie fragen? Oder ist es doch nur eine Frage des Marketings? (Randbemerkung Ende)<\/p>\n<p>Das neue F\u00f6rderkonzept sieht jedenfalls keine starren Richtlinien mehr vor, wie sie in der Vergangenheit seitens der DFG vorgegeben waren.\u00a0 Dies geht sogar soweit, dass es f\u00fcr die Sondersammelgebiete bzw. k\u00fcnftigen Fachinformationsdienste keine Verpflichtung mehr gibt, eine Virtuelle Fachbibliothek zu betreiben. Nat\u00fcrlich gibt es in der Wissenschaft auch weiterhin einen gro\u00dfen Bedarf nach nutzerfreundlichen Nachweisinstrumenten mit m\u00f6glichst direktem Zugriff auf die Literatur bzw. Information (im Sinne eines erweiteten Informationsbegriffs; umfasst auch nicht-textuelle Materialen) &#8211; nehmen wir jedenfalls an, nicht wahr? K\u00fcnftige Angebote sollen\/m\u00fcssen auf die jeweiligen Bed\u00fcrfnisse des Fachs zugeschnitten sein, die Realit\u00e4t der jeweiligen Nutzergewohnheiten anerkennen und nat\u00fcrlich gegen\u00fcber anderen existierenden Angeboten einen Mehrwert bieten. Und prinzipiell stimme ich in diesem Zusammenhang der Aussage von Peter Kost\u00e4dt (USB K\u00f6ln)\u00a0 zu, der bzgl. k\u00fcnftiger Angebote der ViFas\/Fachinformationsdienste sinngem\u00e4\u00df sagte, &#8222;Finger weg von der Suche, das k\u00f6nnen andere besser.&#8220; Was nicht hei\u00dft, dass wir es nicht auch k\u00f6nnen oder auch besser k\u00f6nnen &#8211; vielleicht nur nicht im Kontext eines rein fachspezifischen Angebots?<\/p>\n<p>Mit dem neuen F\u00f6rderprogramm der DFG k\u00f6nnten wir nun mehr oder weniger weitermachen wie bisher und dabei die &#8222;Freiheitsgrade&#8220; (aus)nutzen, die die DFG nun bzgl. der finanziellen F\u00f6rderung einr\u00e4umt. Immerhin haben wir diese M\u00f6glichkeiten in den letzten Jahren ja auch immer wieder eingefordert. Wir bauen unsere ViFas\/Fachportale weiter aus (und vielleicht auch um), besch\u00e4ftigen (zum Teil endlich) den einen oder anderen Entwickler mit Projektmitteln und schauen dann, was dann die n\u00e4chste F\u00f6rderlinie so erm\u00f6glicht, von der wir sicher ausgehen, dass\u00a0 es eine solche geben wird.<br \/>\nOder wir nutzen die Chance uns vom dem zu l\u00f6sen\/trennen, was offensichtlich nicht funktioniert, was nicht genutzt wird (in dem Sinne, wof\u00fcr es keinen Bedarf gibt) und probieren Neues aus. Auch kleine Dinge, wo es sp\u00e4ter nicht so weh tut, die wieder wegzuwerfen. Sich von dem zu trennen, was man \u00fcber Jahre aufgebaut hat, trotzt aller Hindernisse und Abstriche, das ist echt schwer und damit habe ich ja auch meine eigenen Erfahrungen. Aber es ist n\u00f6tig und tut auch gut, sich neuen Perspektiven zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Leider hatte ich am Ende des Workshops eher den Eindruck der Perspektivlosigkeit. Und wahrscheinlich hat man mir das auch ein wenig angemerkt. Ich hatte nicht das Gef\u00fchl, dass wir die Veranstaltung genutzt haben, um zukunftsgerichtet zu diskutieren, sondern trotz der Ermahnung am Anfang des Workshops eher r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt waren. Das hat sich mir insbesondere auch an dem Thema Fachinformationsf\u00fchrer gezeigt. Trotz das Maria Effinger (UB Heidelberg) sinngem\u00e4\u00df ja auch selber sagte, das die &#8222;Katalogisierung des Internet&#8220; keinen Sinn macht und in Form der FI-Guides keine Zukunft hat, wurde \u00fcber die M\u00f6glichkeit der Katalogiesierung von Webseiten als &#8222;fortlaufende Sammelwerke&#8220; im Rahmen der ZDB ausf\u00fchrlichst geredet und ausnahmsweise von vielen was gesagt.\u00a0 Sicher auch, weil sich damit viele der Anwesenden auch auskennen. Oder bei der &#8211; sorry Stefan Rauhaut &#8211; leidlichen Diskussion um den Personalbedarf Virtueller Fachbibliotheken, bei der dann eher die Schw\u00e4chen der Erhebung Thema waren und weniger die Intention\u00a0 oder m\u00f6glichen Schlussfolgerungen (?).<br \/>\nZu der Frage, welche Dienste f\u00fcr die und mit den\u00a0 jeweiligen Fachcommunities aufgebaut werden k\u00f6nnten und welche Querschnittsthemen es gibt und im Rahmen des DFG-F\u00f6rderprogramms noch geben sollte, kam aus meiner Sicht am Ende reichlich wenig. Jedenfalls kaum etwas, was wir in der Vergangenheit nicht auch schon oft genug gesagt und diskutiert haben (Verf\u00fcgbarkeit als gemiensames Thema, wie wichtig der Austausch ist etc.).<br \/>\nAber ganz so pessimistisch und perspektivlos will ich diese erste Nachlese des Workshops nicht schlie\u00dfen. Selbstverst\u00e4ndlich hat die Veranstaltung eine Reihe von Ansatzpunkten geliefert, was Fachinformationsdienste sein k\u00f6nnen. Da hat mir insbesondere das &#8222;Streitgespr\u00e4ch&#8220; am Anfang sehr gefallen und die Pr\u00e4sentation von Peter Kost\u00e4dt.\u00a0 Mehr dazu in der weiteren Nachlese (meinerseits, wie oben geschrieben eher im Januar) oder durch Ihre\/eure Kommentare zu diesem Beitrag.<\/p>\n<p><em>Ach ja am Schluss noch vielen Dank an der Kolleginnen und Kollegen, die mir ihre Notizen und Gedanken zum Workshop zur Verf\u00fcgung gestellt haben. <\/em><br \/>\n<em>Und ganz gro\u00dfen Dank an die helfenden H\u00e4nde w\u00e4hrend der Veranstaltung und insbesondere ganz herzlich an meine Kollegin Margit Brauer, die sich im Hintergrund um die Verpflegung etc. gek\u00fcmmert hat.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 26. und 27. November fand in Hannover der von der DFG und der AG-SSG initiierte ViFa-Workshop statt. Aus nahezu allen ViFa-betreibenen Einrichtungen haben VertreterInnen an der Veranstaltung teilgenommen. 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