{"id":1316,"date":"2010-03-12T07:49:04","date_gmt":"2010-03-12T07:49:04","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/webis\/?p=1316"},"modified":"2012-01-12T11:39:07","modified_gmt":"2012-01-12T10:39:07","slug":"das-projekt-open-access-statistik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/webis\/2010\/03\/12\/das-projekt-open-access-statistik\/","title":{"rendered":"Nutzungsstatistiken als alternative Impact-Messung \u2013 das Projekt  \u201eOpen-Access-Statistik\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Gastbeitrag von Daniel Metje und Tobias Sch\u00e4fer, SUB G\u00f6ttingen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.dini.de\/projekte\/oa-statistik\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-1323\" title=\"Open-Access-Statistik\" src=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/webis\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/openaccessstatistik_300dpi-300x121.png\" alt=\"OAS\" width=\"150\" height=\"60\" srcset=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/webis\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/openaccessstatistik_300dpi-300x121.png 300w, https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/webis\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/openaccessstatistik_300dpi.png 853w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Wer in der Wissenschaft publiziert, will gelesen und viel lieber noch zitiert werden. Denn der Impact einer Publikation oder der eines Wissenschaftlers wird oft allein durch einen zitationsbasierten Indikator angegeben, meist durch den Journal Impact Factor (JIF) oder den Hirsch-Index (h-Index). Die Erfolgsmessung sowohl von Einrichtungen als auch von Einzelpersonen h\u00e4ngt sehr stark von diesen Ma\u00dfzahlen ab. Die Methoden, die den Impact wissenschaftlicher Publikationen erfassen, weisen jedoch einige Unzul\u00e4nglichkeiten auf:<\/p>\n<ul>\n<li>Die indizierten Dokumente der Datenbanken, mit deren Hilfe zitationsbasierte Metriken erstellt werden, wie das Web of Science (WoS), der Journal Citation Reports (JCR) oder Scopus, ist vom Umfang her begrenzt und wird mehr oder weniger willk\u00fcrlich festgelegt.<\/li>\n<li>JIF und h-Index weisen verschiedene f\u00e4cherspezifische Verzerrungen auf, so werden beispielsweise viele Dokumentenarten von vornherein ausgeschlossen oder es wird stets ein festes Zeitfenster von zwei Jahren betrachtet (JIF).<\/li>\n<li>Sowohl JIF als auch h-Index beg\u00fcnstigen Ver\u00f6ffentlichungen in englischer Sprache.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Obwohl zitationsbasierte Metriken prinzipiell Argumente f\u00fcr Open Access liefern k\u00f6nnen, benachteiligen sie gleichzeitig Open-Access-Publikationen, wodurch die Attraktivit\u00e4t von Open Access f\u00fcr Wissenschaftler gemindert wird. Besonders Dokumente, die auf Open-Access-Repositorien selbstarchiviert und in keiner Open-Access-Zeitschrift ver\u00f6ffentlicht werden, sind von den f\u00fcr die Berechnung von JIF und h-Index relevanten Datenbanken ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Zwar gibt es f\u00fcr viele Open-Access-Zeitschriften JIF-Kennzahlen, einige haben gar einen beachtlichen Impact Factor; dennoch werden sie durch die Berechnungsregeln des JIF und den Betrachtungsrahmen des JCR benachteiligt. Da viele Open-Access-Zeitschriften neu am Markt sind, k\u00f6nnen sie beispielsweise keine umfangreiche Zitationsgeschichte vorweisen. Genau diese ist f\u00fcr die Indexierung in JCR und f\u00fcr das Erreichen eines attraktiven JIF-Wertes aber n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Vermutlich w\u00fcrde mehr Open Access ver\u00f6ffentlicht werden, wenn dies der Reputation der Wissenschaftler dienlich w\u00e4re. Um alternative, auf der Nutzung von Dokumenten beruhende Indikatoren zu pr\u00fcfen, zu bewerten und zu entwickeln, wird eine ausgereifte Infrastruktur ben\u00f6tigt. Dadurch k\u00f6nnen auch in einem heterogenen Netzwerk aus verschiedenen Servern standardisierte Nutzungsdaten erzeugt und ausgetauscht werden, besonders wenn diese Daten Kontextinformationen \u00fcber die Dokumentnutzung beinhalten.<\/p>\n<p><strong><!--more--><\/strong><\/p>\n<p>Das Projekt <a title=\"Das Projekt Open-Access-Statistik (OAS)\" href=\"http:\/\/www.dini.de\/projekte\/oa-statistik\/\" target=\"_blank\">Open-Access-Statistik<\/a> (OAS) wird von der <a title=\"Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) \" href=\"http:\/\/www.dfg.de\/index.jsp\" target=\"_blank\">Deutschen Forschungsgemeinschaft<\/a> (DFG) gef\u00f6rdert und wurde von der <a title=\"Arbeitsgruppe Elektronisches Publizieren der DINI (Deutsche Initiative f\u00fcr Netzwerkinformation) \" href=\"http:\/\/www.dini.de\/ag\/e-pub\/\" target=\"_blank\">Arbeitsgruppe Elektronisches Publizieren der DINI<\/a> (Deutsche Initiative f\u00fcr Netzwerkinformation) initiiert. Vier Projektpartner [1] arbeiten gemeinsam auf folgende Ziele hin:<\/p>\n<ol>\n<li>die Entwicklung eines gemeinsamen Standards f\u00fcr den Austausch von Nutzungsdaten zwischen verschiedenen Diensten und<\/li>\n<li>den Aufbau einer Infrastruktur, um Nutzungsinformationen zwischen verschiedenen Diensten zu sammeln, zu verarbeiten und wieder zur Verf\u00fcgung zu stellen, um vergleichbare Messzahlen zu erhalten.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die OAS-Infrastruktur besteht aus zwei Schichten:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/webis\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/data-provider-de.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1319 alignright\" title=\"Data-Provider\" src=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/webis\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/data-provider-de.png?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"128\" \/><\/a>Data-Provider (z. B. Open-Access-Repositorium, Lizenzserver oder Linkresolver) erfassen die Dokumentennutzung in Logdateien und pseudonymisieren Nutzerinformationen (z.\u00a0B. IP-Adressen). Sie verarbeiten diese Nutzungsinformationen, wobei eindeutige Dokumenten-IDs hinzugef\u00fcgt und die Daten in OpenURL-ContextObjects \u00fcberf\u00fchrt werden. Schlie\u00dflich werden diese Informationen mittels OAI-PMH bereitgestellt. (<a title=\"Demo-Data-Provider\" href=\"http:\/\/oa-statistik.sub.uni-goettingen.de\/demo-data-provider\/?verb=Identify\" target=\"_blank\">Demo-Data-Provider<\/a>)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/webis\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/service-provider-de.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1320\" title=\"Service-Provider\" src=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/webis\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/service-provider-de-300x128.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"128\" srcset=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/webis\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/service-provider-de-300x128.png 300w, https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/webis\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/service-provider-de-1024x439.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Der zentrale Service-Provider sammelt die Nutzungsereignisse von jedem Data-Provider und verarbeitet diese Daten. Dabei werden Dokumente dedupliziert, also die Zugriffe auf Dokumente gleichen Inhalts, die sich auf verschiedenen Servern befinden, aufsummiert. Genauso erfolgt eine Nutzerdeduplizierung, so dass Downloadgraphen erstellt und eine Clickstream-Analyse durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Weiterhin werden die Daten gem\u00e4\u00df der Standards von <a title=\"COUNTER\" href=\"http:\/\/www.projectcounter.org\/\" target=\"_blank\">COUNTER<\/a>, <a title=\"LogEc\" href=\"http:\/\/logec.repec.org\/\" target=\"_blank\">LogEc <\/a>und <a title=\"IFABC\" href=\"http:\/\/www.auditbureau.org.au\/ifabctest\/\" target=\"_blank\">IFABC<\/a> aggregiert, wodurch die Zugriffe von verschiedenen Diensten vergleichbar werden. Dabei werden auch nicht-menschliche Zugriffe sowie Mehrfachzugriffe herausgefiltert.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Nach der Berechnung der Nutzungsdaten werden diese wieder den verteilten Diensten, also den Data-Providern, und zudem dem Projekt OA-Netzwerk bereitgestellt. (Eine m\u00f6gliche Visualisierung findet sich auf der <a title=\"Demo-Webseite\" href=\"http:\/\/oa-statistik.sub.uni-goettingen.de\/statsdemo\/\" target=\"_blank\">Demo-Webseite<\/a>)<\/p>\n<p>Um an der OAS-Infrastruktur als Data-Provider teilzunehmen, m\u00fcssen die Betreiber von Repositorien, Lizenzservern und Linkresolvern nur geringe technische Anforderungen erf\u00fcllen. F\u00fcr Repositorien, die auf DSpace oder OPUS basieren, stehen bereits fertige Module von OAS bereit, so dass sich die Implementierung noch weiter vereinfacht. Andere Systeme k\u00f6nnen mit wenig Aufwand f\u00fcr OAS konfiguriert werden.<\/p>\n<p>Zurzeit plant OA-Statistik eine zweite F\u00f6rderphase. Einige der Kernpunkte von OAS\u20112 sind es,<\/p>\n<ul>\n<li>neue Dienste wie Zeitschriften und weitere Repositorien f\u00fcr die Teilnahme an OAS zu gewinnen,<\/li>\n<li>neue, komplexere Indikatoren als reine Nutzungszahlen unter Nutzung von Methoden der Netzwerkanalyse zu entwickeln und<\/li>\n<li>die Internationalisierung des Projektes.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>Daniel Metje<br \/>\nElektronisches Publizieren (EPU)<br \/>\nNieders\u00e4chsische Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen<br \/>\nE-Mail: <a title=\"mailto:metje@sub.uni-goettingen.de\" href=\"mailto:metje@sub.uni-goettingen.de\">metje@sub.uni-goettingen.de<\/a><\/p>\n<p>Tobias Sch\u00e4fer<br \/>\nElektronisches Publizieren (EPU)<br \/>\nNieders\u00e4chsische Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen<br \/>\nE-Mail: <a title=\"mailto:tobias.schaefer@sub.uni-goettingen.de\" href=\"mailto:tobias.schaefer@sub.uni-goettingen.de\">tobias.schaefer@sub.uni-goettingen.de<\/a><\/p>\n<p>[1]: Die Nieders\u00e4chsische Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen (SUB G\u00f6ttingen), der Computer und Medien Service (CMS) der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin (HU Berlin), die Saarl\u00e4ndische Universit\u00e4ts- und Landesbibliothek Saarbr\u00fccken (SULB Saarbr\u00fccken) und die Universit\u00e4tsbibliothek Stuttgart (UB Stuttgart).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gastbeitrag von Daniel Metje und Tobias Sch\u00e4fer, SUB G\u00f6ttingen Wer in der Wissenschaft publiziert, will gelesen und viel lieber noch zitiert werden. Denn der Impact einer Publikation oder der eines Wissenschaftlers wird oft allein durch einen zitationsbasierten Indikator angegeben, meist durch den Journal Impact Factor (JIF) oder den Hirsch-Index (h-Index). 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