Lotse im Praxistest

ausrufungszeichenDas Lotse-Team hat Frau Schulz, Dozentin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg, beauftragt die Lotse-Webseite in puncto Usability und Barrierefreiheit im Rahmen eines Seminars zu evaluieren. Stellvertretend für unser studentisches Team stelle ich im Folgenden die wichtigsten Ergebnisse vor.

Zielgruppenfokussierung

Die Zielgruppen „Studenten“, „Professoren“ und „Bibliothekare“ sind zu weit gefasst. Wir empfehlen, auf eine Zielgruppe, nämlich die Studenten, zu fokussieren. Dadurch kann eine direkte Ansprache erfolgen, was zurzeit weitestgehend fehlt. Weiterhin hat die direkte Ansprache eine erhöhte „Kundenbindung“ zur Folge, denn der Nutzer identifiziert sich mit der Seite.

Die MindMap und der Fahrplan

Die MindMap sollte ausgedünnt werden, so könnten beispielsweise die Pfade „Literatur suchen“, „Literatur beschaffen“ und „Fakten suchen“  zusammengelegt werden. Hier bietet es sich an, Entscheidungen aus Nutzersicht zu treffen, denn den Nutzern sind die feinen Unterschiede nicht bekannt.

Der Fahrplan, also die obere Navigation, hingegen muss auffälliger dargestellt werden, anfangs wird er als reines Designelement wahrgenommen. Dass er im Verlauf als Navigationshilfe dienen kann, wird dabei nicht realisiert. Zusammenfassend lässt sich sagen: Nutzer bewerten beide Elemente durchaus positiv, aber bei allen Probanden musste im Vorfeld eine Einführung erfolgen. Deshalb muss eine Struktur gewählt werden, die für den Nutzer selbsterklärend ist.

Die Suche

Mittels der heuristischen Evaluation wurden ausgewählte Lotse-Webseiten überprüft. Im Vorfeld wurde dazu ein Katalog mit Fragen erstellt, hier bildeten diverse Usability-Richtlinien die Basis. So konnte überprüft werden, ob alle gängigen Standards erfüllt wurden. Dabei kann die ungewöhnliche Position der Suchfunktion als ein wichtiges Ergebnis bezeichnet werden. Denn eine Usability-Richtlinie besagt, dass dem Nutzer auf jeder Seite rechts oben eine Suchfunktion, möglichst mit Eingabefenster, zur Verfügung stehen muss.

Die Fach- und Ortswahl

Zum Scroll-Down-Menü auf der linken Seite können wir folgende Verbesserungsvorschläge aufzeigen: „Anfänger“ sollte komplett entfallen, da die Bewertung nur subjektiv vorgenommen werden kann und keine Definition zugrunde liegt. Weiterhin ist die Einteilung ohne Bedeutung, wenn ausschließlich auf die bereits oben empfohlene Zielgruppe fokussiert wird. Des Weiteren sollte die Anordnung wie folgt aussehen: „Fach“ zu Beginn und anschließend  „Institution“, denn findet ein Nutzer seine Universität nicht im ersten Auswahlfeld, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er die Seite wieder verlässt. Steht das „Fach“ an erster Stelle, liegen die Chancen weitaus höher, auf ein positives Ergebnis zu kommen.

Barrierefreiheit

Zum Punkt Barrierefreiheit lässt sich sagen, dass die Seite mittels HTML nicht in Tabellenform programmiert werden sollte. Hier ergeben sich für Nutzer, die auf Hilfsmittel wie Screen-Reader, Größenverstellung oder Kontrastverstärkung/-abschwächung angewiesen sind, immense Probleme. Sie werden schnell auf Hindernisse und Anzeigefehler stoßen und womöglich die Seite nicht richtig wahrnehmen können. Um die Barrierefreiheit der Webseite zu gewährleisten, müssen die Seiten stattdessen ausschließlich mit Cascading Style Sheets (CSS) gestaltet werden.

Bild im Anreißer von WikimediaCommons (gemeinfrei)

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4 Kommentare zu Lotse im Praxistest

  1. Pingback: Vom hässlichen Entlein … | LOTSE – das Blog

  2. Steffi Schulz sagt:

    Wir waren auch von der Art der Durchführung des Usabilitytest sehr angetan.
    Die Ergebnisse haben unsere Annahmen vielfach bestätigt. Es gab aber auch neue Erkenntnisse, die wir teilweise überrascht, aber auf jeden Fall dankend entgegen nahmen.

  3. Mari*us sagt:

    Ich finde die Auswertung sehr gelungen und freue mich schon jetzt auch die Neuerungen!

  4. Katrin Steiner sagt:

    Den Studierenden an der HAW erst einmal vielen Dank für die geleistete Arbeit und diesen Beitrag.

    Und natürlich steht bei uns ja schon in den Projektzielen, dass in puncto Barrierefreiheit und Usability etwas getan werden muss. Wir führen uns also den ausführlichen schriftlichen Bericht der HamburgerInnen zu Gemüte…

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