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Call for papers: Gedächtnisräume. Geschichtsbilder und Erinnerungskulturen in Norddeutschland

23. August 2011
von Heinke Schumacher — abgelegt in: Ankündigungen

Veranstalter: Janina Fuge, M.A., Universität Hamburg; Prof. Dr. Rainer Hering, Landesarchiv Schleswig-Holstein; Dr. Harald Schmid, Christian-Albrechts-Universität Kiel; Mit-Veranstalter: Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Hamburg; Landesarchiv Schleswig-Holstein, Schleswig; Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen, Hannover; Arbeitsstelle Regionale Geschichtskulturen, Universität Oldenburg; Politische Memoriale e.V., Schwerin; Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein, Kiel; Erinnern für die Zukunft e.V., Bremen; Evangelische Akademie der Nordelbischen Kirche, Hamburg
Datum, Ort: 15.06.2012-16.06.2012, Hamburg, Warburg-Haus
Deadline: 30.09.2011

Über die Frage, inwiefern der „Raum“ kollektive Identitäten des 20. Jahrhunderts prägt, hat sich im Zuge des Spatial Turns die jüngere historiografische und kulturwissenschaftliche Forschung intensiv Gedanken gemacht. Dabei hat sich gezeigt, dass Geschichtsbilder vielfach eben nicht nur nationale Narrative für ihre Konstruktion verwenden – vielmehr entfalten auch subnationale wie transnationale Erfahrungen und Deutungsimpulse Relevanz. Insofern kann auch „Norddeutschland“ sowohl als ein Gedächtnisraum beschrieben werden als auch eine Summe kleinteiliger Einheiten, unter denen lokale, regionale, nationale und transnationale Geschichtsbilder anzutreffen sind.

Dieses Themenfeld wird am am 15. und 16. Juni 2012 im Hamburger Warburg-Haus im Rahmen der Fünf-Länder-Tagung „Gedächtnisräume. Geschichtsbilder und Erinnerungskulturen in Norddeutschland“ diskutiert. Dabei geht es um einen breiten und differenzierten Horizont wissenschaftlicher und praktischer Problemstellungen. Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung stehen Fragen nach historisch fundierten, regionalen, grenzüberschreitenden und transnationalen kollektiven Selbstbildern, nach dominierenden und kritischen Gegenerzählungen, nach regionalen Gedächtnissen und Erinnerungskulturen sowie ihren Akteuren, Themen und Konfliktlinien in den norddeutschen Stadtstaaten und Ländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Die Tagung wird aus drei thematischen Bereichen bestehen, für die wir Beiträge von jeweils maximal 30 Minuten (Sektion 1 und 2) und 20 Minuten (Sektion 3) Länge suchen.

1) Raum und Erinnerung. Theoretische Annäherungen
Die Vorträge dieser Sektion sollen sich theoretisch-begrifflich mit der Verbindung von „Raum und Erinnerung“ befassen. Ziel dieses Bereiches ist es, die bisherigen Konzepte von Gedächtnisräumen und raumspezifischer Erinnerung – wie sie beispielsweise von Maurice Halbwachs oder auch Pierre Nora ausgearbeitet und seither vielfach fortentwickelt wurden – auf ihre Tauglichkeit für regionale und städtische Räume zu befragen und zu präzisieren. Idealerweise leisten die in dieser Sektion Vortragenden einen Beitrag dazu, das „Gedächtnis der Stadt“ oder das „Gedächtnis der Region“ konzeptionell weiterzuentwickeln und von nationalen oder transnationalen Erinnerungskonzeptionen abzugrenzen. Fallbeispiele sind in diesem Zusammenhang durchaus willkommen, sollten aber an den Schwerpunkt der theoretischen Erörterungen dezidiert rückgebunden sein.

2) Fallstudien: Lokale und regionale Erinnerungskulturen in Norddeutschland
Die hier avisierten Beiträge stellen Fallstudien lokaler und regionaler Erinnerungskulturen in Norddeutschland vor. Denkbar sind etwa Forschungen zu Gedenktagen und Denkmälern, ebenso diskursanalytische Annäherungen oder medienspezifische, akteurs- wie inhaltsbezogene Untersuchungen. Auch die Thematisierung von Heroisierungs- wie Verdrängungsprozessen oder die Entstehung von Mythen ist denkbar. Erkenntnisleitend für jeden Beitrag sollte die Frage sein, inwiefern sich stadt- und regionsspezifische Spezifika an Erinnerungsinhalten und Akteursinteressen ausbildeten und/oder entwickelten; unter diesem Aspekt sind Vergleichsstudien besonders erwünscht. Historische wie politik-, medien- oder kulturwissenschaftliche Arbeiten sind willkommen. Zeitlich sollten sich die Untersuchungen auf das 20. Jahrhundert bis zur jüngsten Zeitgeschichte konzentrieren. Ziel ist es, ein breit gefächertes Sample an Beispielen Hamburgs, Bremens, Niedersachsens, Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns zu erhalten, das Vergleiche ermöglicht und Unterschiede erkennbar werden lässt.

3) Praktizierte Erinnerung. Geschichtsbilder und historisch-politische Bildung
In dieser Sektion geht es um Beispiele konkreter Erinnerungspraxis. Aufgefordert sind Gedächtnisakteure aus Archiven, Museen, Gedenkstätten, Schulen oder anderen Institutionen der Erinnerung, die sich mit Erinnerungsarbeit in der Praxis befassen und regionale oder lokale Projekte und Erfahrungen vorstellen können. Gewünscht sind für diese Sektion Beiträge, die die Gedächtnis- und Erinnerungsproblematik auf der Höhe der Zeit darlegen und diskutieren können, wie sich in konkreten Raumkontexten stellt.

Interessierte Forscherinnen und Forscher sowie auch Akteure aus Institutionen historisch-politischer Bildungsarbeit wie Gedenkstätten, Museen oder Archiven werden gebeten, ein Exposé ihres Beitrages (max. 2 Seiten) sowie eine bio-bibliografische Übersicht bis spätestens 30. September 2011 als pdf- oder word-Datei zu senden an:
janina.fuge@uni-hamburg.de

Die Benachrichtigung der Teilnehmenden erfolgt spätestens bis zum 1. November 2011.

Eine Publikation der Beiträge ist geplant, die Bereitschaft zum Vortrag sollte daher die Bereitschaft zur zügigen Überarbeitung des Vortragsmanuskriptes für eine Druckfassung (mit einer Länge von max. 50.000 Zeichen, inklusive Anmerkungen) bis spätestens 1. September 2012 einschließen. Wir freuen uns, den Referentinnen und Referenten die Fahrt- und Übernachtungskosten erstatten zu können: überdies erhalten alle Vortragenden nach Abgabe der Druckfassung ihres Beitrages ein Honorar von 150 EUR.

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