Vortrag / Diskussion St. Pauli
   
RAF-Anschlag auf das Springer-Hochhaus vor 50 Jahren – Podiumsveranstaltung
Uhrzeit:18:00 - 19:30
Ort: Tschaikowsky-Saal im Tschaikowsky-Haus
Hamburg, Tschaikowskyplatz 2
Kosten:Eintritt frei
Beschreibung:

Es hätte nicht viel gefehlt und der Freitagnachmittag des 19. Mai 1972 wäre als der Tag des blutigsten Anschlags der RAF in die bundesdeutsche Geschichte eingegangen. Nur der Tatsache, dass von damals fünf deponierten Vier-Kilogramm-Bomben drei versagt haben, ist es vermutlich zu verdanken, dass es an diesem Tag lediglich zu Verletzten und nicht zu zahlreichen Todesopfern gekommen ist.
Schauplatz war das zwölfstöckige Springer-Hochhaus in der Hamburger Kaiser-Wilhelm-Straße, in dem zu dieser Zeit noch rund 3.000 Beschäftigte ihrer Arbeit nachgingen. Dieser von Ulrike Meinhof geplante Bombenanschlag fand nicht im luftleeren Raum statt; er bewegte sich im Kontext einer jahrelang geäußerten massiven Kritik an der Pressepolitik des Hauses Springer. Im Grunde lagen bereits alle Argumentationsfiguren vor. Die ersten Exponenten des bewaffneten Kampfes brauchten sich der bereits im Zuge der Anti-Springer-Kampagne entwickelten catchwords nur zu bedienen, um Vokabeln wie „Enteignung“ und „Zerstörung“ zu Schlüsselworten einer terroristischen Kampfstrategie zu machen.

Teilnehmende:
Dr. Wolfgang Kraushaar – arbeitete bis 2015 als Politikwissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung und forscht seitdem an der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur über Protestbewegungen sowie die RAF und den internationalen Terrorismus.
Michael Sontheimer – studierte Geschichte an der Freien Universität Berlin, war 1979 Mitbegründer und später Chefredakteur der tageszeitung (taz), arbeitete für die ZEIT und seit 1995 für den SPIEGEL. Unter Sontheimers zehn Büchern findet sich: „Natürlich kann geschossen werden.“ Eine kurze Geschichte der Roten Armee Fraktion. Er ist Mitglied im Kuratorium der taz Panter Stiftung.
Dr. Rudolf van Hüllen – ist Politikwissenschaftler und seit 15 Jahren freiberuflicher Extremismusforscher. Seine Schwerpunkte sind Extremismusprävention und politische Bildung. Er ist Lehrbeauftragter an der Universität Passau und an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen. 1987-2006 arbeitete er als Referatsleiter beim Bundesamt für Verfassungsschutz.“
Moderation: Axel Schröder, Deutschlandradio, Landeskorrespondent Hamburg.

Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung
Homepage:https://www.hamburg.de/ueber-die-landeszentrale-politische-bildung/kontakt/
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