Ausstellung HafenCity
   
Albert Ballin: Vater, Unternehmer, Visionär
Uhrzeit:10:00 - 18:00
Ort: Internationales Maritimes Museum
Hamburg, Koreastraße 1
Kosten:13 €, ermäßigt 9,50 €
Beschreibung:

Am 9. November 1918, kurz nach 14.00 Uhr, rief der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann von einem Balkon des Reichstags in Berlin die Deutsche Republik aus. Das seit 1871 bestehende Kaiserreich war damit vergangen; eine reichsweite Revolutionsbewegung von Soldaten und Arbeitern hatte die Monarchien in Deutschland gestürzt. Am nächsten Tag fuhr Kaiser Wilhelm II. von seinem Hauptquartier im belgischen Spa per Sonderzug nach Holland ins Exil. Am 11. November beendete ein Waffenstillstand den Ersten Weltkrieg.

Ebenfalls am 9. November, um 13.15 Uhr, war in Hamburg der Generaldirektor der „Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft“, Albert Ballin, an einer Medikamentenvergiftung verstorben. Er war 61 Jahre alt. Die persönliche Geschichte des Sohnes aus armem jüdischem Hause der Hansestadt glich der Entwicklung des Kaiserreichs bis 1918. Als Albert Ballin 1857 geboren wurde, hatte der Aufstieg der noch nicht geeinten Nation gerade erst begonnen. Als Ballin 1899 zum Generaldirektor der Hapag ernannt wird, sollte er, aufgrund seiner rastlosen und ehrgeizigen Tätigkeit, bald der größten Reederei der Welt vorstehen, und Deutschland war in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg auf dem Zenit seiner Entfaltung als Wirtschaftsnation und Macht.

In dieser zunehmenden Konkurrenzsituation zur Weltmacht England nahm Ballin eine Schlüsselstellung der Vermittlung auf höchster Ebene ein. Ohne die Verständigung mit England war insbesondere das weltumspannende Schifffahrtsnetz der Hapag unmöglich. Dieses wurde in London vielleicht noch mehr mit Argwohn betrachtet als die Kaiserliche Marine des Staatssekretärs Alfred von Tirpitz. Allein in dieser Vermittlungsrolle sollte Albert Ballin jedoch scheitern. Auch sein nahezu freundschaftliches Verhältnis zu Kaiser Wilhelm II., der oft privat bei dem großbürgerlichen jüdischen Kaufmann in Hamburg zu Besuch weilte, hat das Unheil nicht aufzuhalten vermocht.

Veranstalter: Internationales Maritimes Museum Hamburg
Homepage:http://www.immhh.de