{"id":9731,"date":"2021-05-31T07:00:36","date_gmt":"2021-05-31T05:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=9731"},"modified":"2021-05-30T09:34:50","modified_gmt":"2021-05-30T07:34:50","slug":"nr-22a-21-die-weiterhin-knappe-milch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=9731","title":{"rendered":"Die weiterhin knappe Milch"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_9735\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/210531-5-VO-Milch-1-5.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9735\" class=\"wp-image-9735\" src=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/210531-5-VO-Milch-1-5.png\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"461\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9735\" class=\"wp-caption-text\">Bergedorfer Zeitung, 31. Mai 1921<\/p><\/div>\n<p>In der \u201eBekanntmachung \u00fcber die Regelung des Verkehrs mit Milch\u201c ging es nicht nur darum, wer Milch verkaufen, sondern auch, wer Milch beziehen durfte, und der administrativen Regelung bedurfte es, weil nicht genug f\u00fcr alle da war.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=8759\">Maul- und Klauenseuche<\/a> des Vorjahres wirkte nach, der Milchausfall war enorm (BZ vom 8. M\u00e4rz 1921) \u2013 daran konnte auch das von der Landherrenschaft angebotene Kraftfutter in Form von \u00d6lkuchen (BZ vom 14. Januar) nicht viel \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Immerhin, es schien etwas mehr Milch vorhanden zu sein als in der zweiten Kriegsh\u00e4lfte: im Oktober 1917 hatte die Stadt Bergedorf <a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=4288\">55 Paragraphen zum Milchverbrauch<\/a> f\u00fcr ihre Verordnung ben\u00f6tigt; jetzt gen\u00fcgten 25 Paragraphen (vollst\u00e4ndiger Text siehe unten). F\u00fcr Kinder bis zu sechs Jahren \u00e4nderte sich nichts an den Rationen, auch nicht f\u00fcr Kranke und Schwangere, aber der Kreis der Vollmilchversorgungsberechtigten wurde erweitert um stillende M\u00fctter und Personen \u00fcber 65 Jahre. Besondere Regelungen zur Verteilung von Magermilch (prim\u00e4r f\u00fcr Kinder von sechs bis 14 Jahren) gab es nicht mehr.<\/p>\n<p>Nach wie vor gab es Milchkarten, die nach wie vor nicht garantieren konnten, dass es auch Milch gab. Aber eine neue Regelung gestattete den lizenzierten H\u00e4ndlern, \u201enach restloser Belieferung aller in der Kundenliste eingetragener Versorgungsberechtigten\u201c etwa noch vorhandene Milch frei zu verkaufen, w\u00e4hrend sie vorher dem Magistrat zur Verf\u00fcgung gestellt werden musste \u2013 die Zwangsbewirtschaftung wurde also ein wenig gelockert. Hatte es 1917 noch drei \u201eKlassen\u201c von Versorgungsberechtigungen mit Priorit\u00e4tenrangfolge gegeben, so gab es nun nur noch eine, und das spricht ebenfalls f\u00fcr eine leicht verbesserte Lage.<\/p>\n<p>Aber wer Milch wollte, musste auch bezahlen k\u00f6nnen, und das konnten nicht alle, wie der Hausfrauenverein Bergedorf in einer Klage im Sprechsaal schrieb: \u201eIm Frieden kostete die Milch 20 Pfg, heute 5,20 M, das ist ein Aufschlag von 2500 Prozent. Die Arbeitsl\u00f6hne sind durchweg \u2026. um 800 Prozent gestiegen. Das ist kein gesundes Verh\u00e4ltnis.\u201c Die Forderung des Vereins, den Preis auf 4,40 Mark zu begrenzen (BZ vom 26. November 1921), h\u00e4tte das Missverh\u00e4ltnis nur etwas gemildert.<\/p>\n<p>Im preu\u00dfischen Sande \u00fcbrigens war die Milchverteilung etwas anders geregelt: dort galt das Prinzip der Versorgungsberechtigung nur bis 10 Uhr morgens \u2013 wer seinen Anspruch in Milch umwandeln wollte, musste also fr\u00fch auf den Beinen sein. Ab 10 Uhr war Verkauf an jedermann (BZ vom 30. Juli 1921).<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zahlungskr\u00e4ftigen gab es aber gute Nachrichten: das Reich gestattete \u201ewieder Milch in S\u00fc\u00dfigkeiten\u201c wie z.B. Schokolade, wenn auch nur aus Dauer- und Trockenmilch bzw. -sahne, und der Import von Kondensmilch wurde freigegeben (BZ vom 23. Juli 1921).<\/p>\n<div id=\"attachment_9737\" style=\"width: 1340px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/210531-5-VO-Milch-kpl.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9737\" class=\"size-full wp-image-9737\" src=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/210531-5-VO-Milch-kpl.png\" alt=\"\" width=\"1330\" height=\"1036\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9737\" class=\"wp-caption-text\">Bergedorfer Zeitung, 31. Mai 1921<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der \u201eBekanntmachung \u00fcber die Regelung des Verkehrs mit Milch\u201c ging es nicht nur darum, wer Milch verkaufen, sondern auch, wer Milch beziehen durfte, und der administrativen Regelung bedurfte es, weil nicht genug f\u00fcr alle da war. 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