{"id":9329,"date":"2021-02-22T07:00:31","date_gmt":"2021-02-22T06:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=9329"},"modified":"2021-02-21T10:59:34","modified_gmt":"2021-02-21T09:59:34","slug":"nr-08a-21-besserer-schutz-fuer-die-landpaechter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=9329","title":{"rendered":"Besserer Schutz f\u00fcr die Landp\u00e4chter"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_9332\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/210218-2-Pachtschutz.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9332\" class=\"wp-image-9332\" src=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/210218-2-Pachtschutz.png\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"440\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9332\" class=\"wp-caption-text\">Bergedorfer Zeitung, 18. Februar 1921<\/p><\/div>\n<p>Des einen Freud, des anderen Leid: die Neuregelung des Pachtschutzes f\u00fcr landwirtschaftliche Fl\u00e4chen werden die P\u00e4chter mit Erleichterung aufgenommen haben, die Verp\u00e4chter sicher nicht: K\u00fcndigungen wurden wesentlich erschwert und die Pachtpreise geregelt &#8211; endlich (!), denn die <a href=\"http:\/\/alex.onb.ac.at\/cgi-content\/alex?aid=dra&amp;datum=1920&amp;page=1427&amp;size=45\">reichsrechtliche Grundlage daf\u00fcr<\/a> war schon im Juni 1920 geschaffen worden.<\/p>\n<p>Viele kleine Gem\u00fcsebau- und Blumenbetriebe in den Vierlanden wie in den Marschlanden waren darauf angewiesen, Land hinzuzupachten, weil das eigene Grundst\u00fcck nicht ausreichte, die Familie zu ern\u00e4hren. Nach dem Ende des Krieges jedoch hatten viele Bauern solche Fl\u00e4chen gek\u00fcndigt, entweder weil sie selbst darauf wirtschaften oder weil sie einen h\u00f6heren Pachtzins durchsetzen wollten.<\/p>\n<p>Die Auseinandersetzung hatten bald nach Kriegsende begonnen: in allen Vierl\u00e4nder Gemeinden wurden \u201eLandmieter-Vereine\u201c gegr\u00fcndet, die die Interessen der P\u00e4chter vertreten wollten (siehe z.B. BZ vom 1. November 1919). Erster Konfliktpunkt war die Kurzfristigkeit der K\u00fcndigungen, denn bodenverbessernde und damit ertragssteigernde Ma\u00dfnahmen erforderten viel Arbeit und auch Geld, z.B. das Aufbringen von Sand, um den schweren Marschboden aufzulockern. Auch die D\u00fcngung war ein wichtiger Faktor: Johann Schulz, der Vorsitzende des Landmieter-Vereins von Kirchw\u00e4rder, erkl\u00e4rte in einer Versammlung in Ochsenw\u00e4rder, er halte \u201edie K\u00fcndigungsfrist von 15 Monaten als g\u00e4nzlich unannehmbar, da in dieser Zeit der Wert des D\u00fcngers nicht herausgeholt werden kann.\u201c (BZ vom 8. Oktober 1920)<\/p>\n<p>Zweiter Konfliktpunkt, der 1920 an Sch\u00e4rfe zunahm, war die H\u00f6he der Pacht: die Meldung aus Ochsenw\u00e4rder, dass eine \u201eFlage\u201c, also ein St\u00fcck Land, f\u00fcr 1.200 Mark statt bisher 16 Mark verpachtet wurde (BZ vom 28. Mai 1920), betraf wohl einen Einzelfall, aber bereits 1919 waren die Pachtpreise kr\u00e4ftig gestiegen, 1920 wurde noch mehr gefordert: der Vorkriegspreis hatte bei 40 bis 60 Pfennig pro Quadratrute, d.h. 16 qm, gelegen \u2013 f\u00fcr 1921 wurden 1,20 bis 2 Mark pro Quadratrute verlangt. Seitens der Verp\u00e4chter wurde dies mit der Inflation begr\u00fcndet: die P\u00e4chter h\u00e4tten ja auch h\u00f6here Ertr\u00e4ge (Sprechsaal-Beitr\u00e4ge, BZ vom 25. und 27. Oktober sowie 5. November 1920). Ende 1920 erkl\u00e4rte die \u201eLandwirtschaftliche Vereinigung von Vierlanden und Umgegend\u201c, dass sie den Pachtpreis auf 1,20 bis 1,60 Mark \u201efestgesetzt\u201c habe (BZ vom 15. Dezember 1920).<\/p>\n<div id=\"attachment_9574\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/210421-2-LH-Pachtpreise.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9574\" class=\"wp-image-9574\" src=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/210421-2-LH-Pachtpreise.png\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"131\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-9574\" class=\"wp-caption-text\">Bergedorfer Zeitung, 21. April 1921<\/p><\/div>\n<p>Das konnte aber letztlich nicht durchgedr\u00fcckt werden: die Landherrenschaften griffen obrigkeitlich ein und setzten die Obergrenze auf 7 Pfennig f\u00fcr den Quadratmeter, d.h. 1,12 Mark pro Quadratrute fest. Ob es f\u00fcr die Stadt Bergedorf eine andere Regelung gab, war der Zeitung nicht zu entnehmen; f\u00fcr Geesthacht wurde laut redaktioneller Meldung vom 29. Juli 1921 festgelegt: \u201e1. ordnungsm\u00e4\u00dfig frisch ged\u00fcngtes und gepfl\u00fcgtes Land, auf dem nach der D\u00fcngung noch keine Vorfrucht oder Saat gewachsen ist, 6 M f\u00fcr die Quadratrute; 2. unged\u00fcngtes gepfl\u00fcgtes Land, auf dem bereits eine Vorfrucht oder Saat gewachsen ist, 1,50 M f\u00fcr die Quadratrute.\u201c Selbst wenn man hier die Hamburger Geestrute zugrundelegt (21,02 Quadratmeter f\u00fcr die Quadratrute, siehe den Beitrag <a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=1704\">Langlebige Ruten<\/a>), bleibt die Differenz zu den Marschgebieten unerkl\u00e4rlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Des einen Freud, des anderen Leid: die Neuregelung des Pachtschutzes f\u00fcr landwirtschaftliche Fl\u00e4chen werden die P\u00e4chter mit Erleichterung aufgenommen haben, die Verp\u00e4chter sicher nicht: K\u00fcndigungen wurden wesentlich erschwert und die Pachtpreise geregelt &#8211; endlich (!), denn die reichsrechtliche Grundlage daf\u00fcr &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=9329\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-9329","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bergedorf1921"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9329","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9329"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9329\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9679,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9329\/revisions\/9679"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9329"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9329"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9329"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}