{"id":8865,"date":"2020-11-02T07:00:43","date_gmt":"2020-11-02T06:00:43","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=8865"},"modified":"2020-11-01T12:38:28","modified_gmt":"2020-11-01T11:38:28","slug":"nr-44-20-bergedorfs-wandermuseum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=8865","title":{"rendered":"Bergedorfs Wandermuseum"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_8868\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1030-2-Museum.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8868\" class=\"wp-image-8868\" src=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/1030-2-Museum.jpg\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"185\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8868\" class=\"wp-caption-text\">Bergedorfer Zeitung, 30. Oktober 1920<\/p><\/div>\n<p>Museen sind eigentlich ziemlich ortsfeste Einrichtungen \u2013 nicht so in Bergedorf, wo die \u201eHeimatsammlung\u201c fast sechzig Jahre lang ihre Heimat suchte und von Notbehelf zu Notbehelf zog.<\/p>\n<p>Begonnen hatte alles 1893: damals veranstaltete der Bergedorfer B\u00fcrgerverein im <a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=200\">Portici<\/a> eine \u201ekulturhistorische Ausstellung f\u00fcr Bergedorf und Umgegend\u201c. Die Ausstellung mit etwa 1200 Objekten bestand aus Leihgaben, und daraus entwickelte sich die \u201eHeimatsammlung\u201c des Vereins, aus der das Bergedorfer Museum hervorging. Diese Jahrzehnte dauernde Entwicklung wird detailliert geschildert in der von Olaf Matthes herausgegebenen Aufsatzsammlung\u00a0 <a href=\"https:\/\/kataloge.uni-hamburg.de\/DB=1\/XMLPRS=N\/PPN?PPN=492149933\">Vom Portici zum Schlo\u00df. Die Geschichte des Museums f\u00fcr Bergedorf und die Vierlande<\/a>, auf die auch im folgenden Bezug genommen wird. Dort ist angegeben, dass die Sammlung noch im Jahr 1893 ihr Quartier in einem \u201eNebenraum\u201c der M\u00e4dchenschule Brauerstra\u00dfe erhielt. 1901 kamen zwei R\u00e4ume hinzu \u2013 doch schon 1902 mussten alle R\u00e4ume aufgegeben und die Gegenst\u00e4nde auf dem Dachboden des r\u00fcckw\u00e4rtigen Anbaus eingelagert werden, wo sich Motten und Holzw\u00fcrmer \u00fcber die Objekte hermachten. Ende 1915 gab es eine deutliche Verbesserung: das zweite Obergeschoss des Stadthauses, der ehemaligen Hansaschule, wurde von der Stadt unentgeltlich zur Verf\u00fcgung gestellt. Dort konnte die Ausstellung wieder aufgebaut und in bescheidenem Ma\u00dfe zug\u00e4nglich gemacht werden (BZ vom 7. Oktober 1915), aber nur f\u00fcr wenige Jahre, denn Bergedorfs neuer Magistrat des Jahres 1919 war dem Projekt der b\u00fcrgerlichen Geschichtspr\u00e4sentation nicht wohlgesonnen: zun\u00e4chst reklamierte er zwei der Sammlungsr\u00e4ume f\u00fcr sich, und im November 1919 verf\u00fcgte er, dass das neuerrichtete <a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=7658\">Finanzamt<\/a> die gesamte Etage \u00fcbernehmen sollte (BZ vom 18. Dezember 1919) \u2013 das Museum zog auf den n\u00e4chsten Dachboden in der Birkenhainschule, Ausstellung unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung fand der B\u00fcrgerverein dann beim Hamburger Senat, der ihm das Obergeschoss des Gasthofs Stadt Hamburg \u00fcberlie\u00df, wie es im Artikel hei\u00dft, aber die Stadt Bergedorf mit der treuh\u00e4nderischen Verwaltung beauftragte \u2013 und letzteres sorgte f\u00fcr jahrelange Konflikte von Magistrat und Verein.<\/p>\n<p>\u201eBereits Anfang n\u00e4chsten Jahres\u201c, also 1921, sollte laut BZ die Besichtigung wieder m\u00f6glich sein \u2013 aber es zog sich hin: im M\u00e4rz wurden erste R\u00e4ume \u00fcbergeben, weitere im Laufe des Jahres, doch ein Teil der Exponate blieb auf dem Dachboden am Birkenhain, kam zu Privatpersonen oder in die Kellerr\u00e4ume der Bergedorfer Bank.<\/p>\n<p>Die Wanderung ging weiter: von \u201eStadt Hamburg\u201c ins Schloss, vom Schloss wieder zur\u00fcck in den historischen Gasthof zur Einlagerung. Der jetzige Standort ist erstaunlicherweise seit \u00fcber siebzig Jahren unver\u00e4ndert: das Bergedorfer Schloss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Museen sind eigentlich ziemlich ortsfeste Einrichtungen \u2013 nicht so in Bergedorf, wo die \u201eHeimatsammlung\u201c fast sechzig Jahre lang ihre Heimat suchte und von Notbehelf zu Notbehelf zog. 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