{"id":6472,"date":"2019-05-06T07:00:59","date_gmt":"2019-05-06T05:00:59","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=6472"},"modified":"2019-05-04T15:11:55","modified_gmt":"2019-05-04T13:11:55","slug":"nr-18-19-bergedorfs-neues-stadtparlament-und-der-durchmarsch-der-spd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=6472","title":{"rendered":"Bergedorfs neues Stadtparlament und der Durchmarsch der SPD"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_6504\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/BZ1930136-Stadtparl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6504\" class=\"wp-image-6504\" src=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/BZ1930136-Stadtparl-87x300.jpg\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"930\" srcset=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/BZ1930136-Stadtparl-87x300.jpg 87w, https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/BZ1930136-Stadtparl.jpg 223w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6504\" class=\"wp-caption-text\">Bergedorfer Zeitung, 30. April 1919<\/p><\/div>\n<p>So wirklich ernst nahm der Autor dieses Artikels Bergedorfs neue Stadtvertretung nicht, sein Tonfall war ausgesprochen mokant \u2013 und erstaunlicherweise stammte der Bericht aus der Feder des Politikredakteurs Theodor Kreins (siehe das K\u00fcrzel \u201eKr.\u201c am Ende) und nicht aus der des f\u00fcr \u201eKommunales\u201c Verantwortlichen, Wilhelm Bauer. Bauer, der ja zugleich Ratmann war (siehe den Beitrag <a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=3274\">Neue Ratm\u00e4nner<\/a>), d\u00fcrfte Krein aber entsprechend \u201egef\u00fcttert\u201c haben, und die Ablehnung der neuen, demokratischen Zeit mit einem \u201eDamenquartett\u201c und einem \u201evollgez\u00e4hlten Dutzend der Mehrheitssozialdemokraten\u201c etc. ist deutlich erkennbar, doch Bauer konnte sich erforderlichenfalls von dem Artikel distanzieren: es war ja ein Namensartikel.<\/p>\n<p>Die Wahlbeteiligung war deutlich zur\u00fcckgegangen: hatte sie im Januar (Wahl zur Nationalversammlung) noch bei 95 Prozent gelegen und im M\u00e4rz (Wahl zur Hamburgischen B\u00fcrgerschaft) bei 80 Prozent, so war sie bei der Wahl zur B\u00fcrgervertretung am 13. April auf rund 75 Prozent gefallen (BZ vom 14. April). Vielleicht war Wahlm\u00fcdigkeit die Ursache \u2013 aber hundert Jahre sp\u00e4ter w\u00fcrde man sich \u00fcber eine so hohe Beteiligung an der Wahl zur Bezirksversammlung au\u00dferordentlich freuen.<\/p>\n<p>Das Stadtparlament bestand nun aus 25 Abgeordneten, zehn mehr als vorher; deshalb war es \u201eaus dem zu eng gewordenen Schlo\u00dfst\u00fcbchen nach dem Stadthaus\u201c umgezogen, und auch die \u201estattliche Zuh\u00f6rerschaft\u201c fand dort Platz. Sie sahen 12 Sozialdemokraten, 6 \u201eVereinigte B\u00fcrgerliche\u201c (DVP und DNVP), 4 DDP-Vertreter, 2 der USPD und 1 Grundeigent\u00fcmer (BZ vom 14. April, siehe auch den Beitrag <a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=6343\">Die Wohnungsmieten und die Parteipolitik<\/a>). Die SPD hatte zwar an Stimmen wie an Sitzen die absolute Mehrheit verfehlt, doch ohne sie lief nichts: die sieben Magistratsmitglieder waren im Parlament ebenfalls stimmberechtigt, es kamen also vier weitere SPD-Stimmen hinzu (siehe den Beitrag <a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=5735\">Wandel in Bergedorf<\/a>). Au\u00dferdem gab es Absprachen mit der DDP, die \u00fcber zwei Sitze im Magistrat verf\u00fcgte, und so war die Mehrheit bei den Ausschusswahlen komfortabel. Dabei zeigten sich die Sozialdemokraten machtbewusst und \u201everbannten\u201c die Opposition zumeist in die weniger wichtigen Aussch\u00fcsse und ohne auf W\u00fcnsche und Kompetenzen R\u00fccksicht zu nehmen: so fand sich z.B. der Grundeigent\u00fcmer Martin Biehl zwar in der Lebensmittelkommission, nicht aber im Bauausschuss (siehe die Angaben (Stand Oktober 1919) im <a href=\"http:\/\/agora.sub.uni-hamburg.de\/subhh-adress\/digbib\/view?did=c1:586000&amp;sdid=c1:587086&amp;hit=1\">Hamburger Adressbuch f\u00fcr 1920<\/a>). Ein solcher \u201eDurchmarsch\u201c w\u00e4re heute undenkbar.<\/p>\n<p>Bei den von dem \u201eDeb\u00fctanten\u201c und USPD-Vertreter Hinrichs attackierten \u201eTerrainspekulanten\u201c handelte es sich um eine \u201eBaugesellschaft Bergedorf m.b.H.\u201c, deren Werbung aber nicht in der BZ erschien und \u00fcber die sonst nichts bekannt ist. Hinrichs&#8216; m\u00fcndlich gestellter Antrag wurde aus Gesch\u00e4ftsordnungsgr\u00fcnden vertagt. Als er dann schriftlich vorlag, wurde er abgelehnt und ein Antrag der SPD, der auf das selbe hinauslief, angenommen (BZ vom 31. Mai und 13. Juni). Das auch heute ge\u00fcbte Verfahren, Oppositionsantr\u00e4ge abzulehnen und daf\u00fcr eigene fast gleichlautende Antr\u00e4ge anzunehmen, hat also eine beachtliche Tradition.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So wirklich ernst nahm der Autor dieses Artikels Bergedorfs neue Stadtvertretung nicht, sein Tonfall war ausgesprochen mokant \u2013 und erstaunlicherweise stammte der Bericht aus der Feder des Politikredakteurs Theodor Kreins (siehe das K\u00fcrzel \u201eKr.\u201c am Ende) und nicht aus der &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=6472\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-6472","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bergedorf1919"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6472","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6472"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6472\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6637,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6472\/revisions\/6637"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6472"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6472"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6472"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}