{"id":5951,"date":"2018-12-31T07:00:17","date_gmt":"2018-12-31T06:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=5951"},"modified":"2018-12-30T12:36:32","modified_gmt":"2018-12-30T11:36:32","slug":"nr-53-18-die-hamburger-marschbahn-ein-gutgemeintes-projekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=5951","title":{"rendered":"Die Hamburger Marschbahn: ein gutgemeintes Projekt"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_5953\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/BZ189-0153-Marschbahn.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5953\" class=\"wp-image-5953\" src=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/BZ189-0153-Marschbahn-131x300.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"572\" srcset=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/BZ189-0153-Marschbahn-131x300.jpg 131w, https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/BZ189-0153-Marschbahn-448x1024.jpg 448w, https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/BZ189-0153-Marschbahn.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5953\" class=\"wp-caption-text\">Bergedorfer Zeitung, 28. Dezember 1918<\/p><\/div>\n<p>Die Arbeitslosigkeit stieg nach Kriegsende rapide an, auch wegen der Entlassung tausender Soldaten vom Milit\u00e4r. Hamburg reagierte mit \u201eNotstandsma\u00dfnahmen\u201c: durch \u00f6ffentliche Auftr\u00e4ge sollte f\u00fcr Arbeit gesorgt werden. Eine solche Ma\u00dfnahme war der Bau der Hamburger Marschbahn.<\/p>\n<p>Zweck dieser neuen Bahnstrecke von Hamburg durch die Marsch- und die Vierlande nach Geesthacht sollte nicht nur Arbeitsbeschaffung sein, sondern auch die bessere Lebensmittelversorgung Hamburgs: das schnelle Transportmittel Eisenbahn zur Stadt sollte Bauern und G\u00e4rtnern einen gr\u00f6\u00dferen Anreiz bieten, ihre Erzeugnisse nach Hamburg zu liefern und nicht in andere St\u00e4dte. Die B\u00fcrgerschaftsabgeordneten des Landgebiets begr\u00fc\u00dften das Vorhaben, der Abgeordnete K\u00e4ckenhoff aus Geesthacht hoffte sogar auf Zuzug aus Hamburg, und die B\u00fcrgerschaft bewilligte entsprechend der Kostensch\u00e4tzung (als Anleihe) sieben Millionen Mark (BZ vom 23. Dezember 1918).<\/p>\n<p>Die Planungen hatten bereits vor dem Krieg begonnen und waren im November 1918 fertig: einen Tag nach dem Waffenstillstand hatte die Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn AG bei der Landherrenschaft Bergedorf angeregt, einen Teil der Marschbahn als Notstandsarbeit zu errichten (siehe hierzu und zum folgenden <a href=\"https:\/\/kataloge.uni-hamburg.de\/DB=1\/XMLPRS=N\/PPN?PPN=331264803\">Olaf Kr\u00fcger<\/a> (S. 124)), und es ging z\u00fcgig los: am 7. Januar 1919 meldete die BZ, dass die Arbeiten begonnen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Baubeginn war allerdings nicht in Hamburg und von dort Richtung Osten, was ja die Marschlande erschlossen h\u00e4tte, denn die Planungen der preu\u00dfischen Staatsbahn f\u00fcr einen G\u00fcterbahnhof im Raum Billw\u00e4rder\/Moorfleth und eine G\u00fcterumgehungsbahn waren noch nicht hinreichend konkretisiert, sodass die Marschbahntrasse dort noch nicht bestimmt werden konnte. Auch die beabsichtigte Regulierung von Dove- und Gose-Elbe machte die Br\u00fcckenplanung zwischen Moorfleth und Tatenberg unm\u00f6glich. Hinzu kam der Wunsch des B\u00fcrgerschaftsmitglieds Henry Bieber, die Trassenf\u00fchrung im Bereich Ochsenw\u00e4rder und Tatenberg erneut zu \u00fcberpr\u00fcfen, worauf in einem sp\u00e4teren Beitrag noch einzugehen sein wird.<\/p>\n<p>So begann man mit etwa 1.000 Arbeitern im \u00f6stlichen Teil der Strecke, in Geesthacht und bei der Riepenburg in Kirchw\u00e4rder (BZ vom 7. Januar und 1. April 1919) und schon am 12. Mai 1921 ging der erste Abschnitt von Geesthacht bis F\u00fcnfhausen in Betrieb, zwei Jahre sp\u00e4ter die Verl\u00e4ngerung bis Ochsenw\u00e4rder. Am 1. Oktober 1928 wurde das letzte St\u00fcck der 36,2 Kilometer langen Route eingeweiht, das allerdings nur bis Billbrook f\u00fchrte, von wo aus eine Stra\u00dfenbahn in die Hamburger Innenstadt fuhr \u2013 die urspr\u00fcngliche Absicht, die Bahn bis Rothenburgsort und von dort mit einem Anschlussgleis zum Deichtormarkt zu f\u00fchren, wurde nie umgesetzt.<\/p>\n<p>So kann nicht \u00fcberraschen, dass wegen schlechter Nutzung (auch durch den zunehmenden Lkw-Transport verursacht) und entsprechend hohen Zuschussbedarfs schon vor der Fertigstellung \u00fcber \u00a0die Stilllegung diskutiert wurde \u2013 letztlich fuhr die Bahn aber doch bis 1952 (siehe Kr\u00fcger, S. 126ff., S. 161f.).<\/p>\n<p>\u00dcber 60 Jahre sp\u00e4ter kann man trotz allem sagen, dass der Bau der Hamburger Marschbahn sinnvoll war: der ehemalige Marschbahndamm existiert noch zwischen Tatenberg und Altengamme (Borghorst) und ist ein beliebter Radwanderweg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Arbeitslosigkeit stieg nach Kriegsende rapide an, auch wegen der Entlassung tausender Soldaten vom Milit\u00e4r. 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