{"id":5120,"date":"2018-06-18T07:00:13","date_gmt":"2018-06-18T05:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=5120"},"modified":"2018-06-18T13:54:25","modified_gmt":"2018-06-18T11:54:25","slug":"nr-25-18-die-wohnverhaeltnisse-in-bergedorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=5120","title":{"rendered":"Die Wohnverh\u00e4ltnisse in Bergedorf"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_5257\" style=\"width: 261px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/BZ185-0080-JgKp-Kw-neu.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5257\" src=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/BZ185-0080-JgKp-Kw-neu-251x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"251\" height=\"1024\" class=\"size-large wp-image-5257\" srcset=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/BZ185-0080-JgKp-Kw-neu-251x1024.jpg 251w, https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/BZ185-0080-JgKp-Kw-neu.jpg 629w\" sizes=\"auto, (max-width: 251px) 100vw, 251px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5257\" class=\"wp-caption-text\">Bergedorfer Zeitung, 14. Juni 1918<\/p><\/div>\n<p>Richtig eng wird es gewesen sein, wenn sich sechs Personen eine Einzimmerwohnung teilten oder \u00fcber 10 Menschen in zwei Zimmern lebten. Dies waren die wohl schlimmsten Zahlen, die die Wohnungsz\u00e4hlung f\u00fcr die Stadt Bergedorf einige Wochen vorher (BZ vom 3. April 1918) ergeben hatte, und als kuschelig wird man das nicht empfunden haben, schon gar nicht, wenn noch familienfremde \u201eSchlafg\u00e4nger\u201c mit dabei waren. Aber mehr oder besseres konnten sich viele Menschen einfach nicht leisten, und sozialen Wohnungsbau mit Quadratmeterrichtwerten pro Bewohner kannte man hier (noch) nicht.<\/p>\n<p>Es war generell eng auf dem Bergedorfer Wohnungsmarkt 1918: den 15.872 Einwohnern (Ergebnis der Volksz\u00e4hlung 1917) standen weniger als 4.400 Wohnungen zur Verf\u00fcgung, die durchschnittliche Belegung lag also bei 3,6 Personen pro Wohnung. Von den 43 leeren Wohnungen (ein Prozent des Bestands) waren nur acht \u201ef\u00fcr Wohnungszwecke sofort verwendbar\u201c \u2013 unter 0,2 Prozent. F\u00fcr die Zeit nach Kriegsende wurde per Befragung ein Bedarf von 445 (zus\u00e4tzlichen) Wohnungen festgestellt, zu drei Vierteln mit zwei oder drei Zimmern \u2013 doch die Zahl der Wohnungssuchenden wird weit dar\u00fcber gelegen haben: der SPD-B\u00fcrgerschaftsabgeordnete Paeplow hatte in einer Versammlung seiner Partei in Bergedorf darauf hingewiesen, dass die \u201ekriegsgetrauten\u201c Frauen meist noch bei ihren Eltern wohnten und auch die zu erwartenden ledigen Kriegsheimkehrer meist einen eigenen Hausstand w\u00fcrden gr\u00fcnden wollen (BZ vom 13. Mai 1918).<\/p>\n<p>Dass etwas geschehen musste, war Konsens in der Stadtvertretung \u2013 doch was? Die b\u00fcrgerlichen Vertreter Lodde, Ohly und Kauffmann bef\u00fcrworteten den Bau vor allem von Eigenheimen mit G\u00e4rten (und St\u00e4llen), die Sozialdemokraten Otto und Piehl wollten Sechsfamilienh\u00e4user mit Mietwohnungen, \u00e4hnlich wie B\u00fcrgermeister Walli, was eher den unteren Schichten zugutegekommen w\u00e4re, die von einem Einfamilienhaus aus finanziellen Gr\u00fcnden nur tr\u00e4umen konnten. Der von Walli beabsichtigte Bau von \u201ef\u00fcrs erste\u201c 200 <a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=3662\">Kleinwohnungen<\/a> w\u00e4re dem Bedarf nicht einmal ann\u00e4hernd gerecht geworden, aber als erster Schritt \u2026<\/p>\n<p>In Sande und Geesthacht war die Lage nicht besser (siehe BZ vom 15. Januar, 5., 12. und 23. M\u00e4rz 1918); \u00fcber die Ergebnisse der auch dort durchgef\u00fchrten Erhebung berichtete die BZ leider nicht. In Geesthacht brachte ein Angebot der Sch\u00fctzengesellschaft eine kleine Entlastung: sie stellte ihre Schie\u00dfhalle der Gemeinde f\u00fcr Wohnzwecke zur Verf\u00fcgung (BZ vom 29. Juni 1918) \u2013 ob dies in einem Zusammenhang stand mit der Zeitungsmeldung vom 23. Mai, dass es dort \u201ewieder\u201c einen Einbruch mit Verw\u00fcstung gegeben hatte, oder ob es das soziale Denken des Vereins widerspiegelte, sei dahingestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Richtig eng wird es gewesen sein, wenn sich sechs Personen eine Einzimmerwohnung teilten oder \u00fcber 10 Menschen in zwei Zimmern lebten. 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