{"id":1641,"date":"2015-04-20T07:00:13","date_gmt":"2015-04-20T05:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=1641"},"modified":"2015-04-20T17:56:20","modified_gmt":"2015-04-20T15:56:20","slug":"nr-20-15-vierlaender-vs-maltakartoffeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=1641","title":{"rendered":"Vierl\u00e4nder vs. Maltakartoffeln"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1642\" style=\"width: 237px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/BZ150035-Fr\u00fchkartoffeln.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1642\" class=\"size-medium wp-image-1642\" src=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/BZ150035-Fr\u00fchkartoffeln-227x300.jpg\" alt=\"Bergedorfer Zeitung, 13. April 1915\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/BZ150035-Fr\u00fchkartoffeln-227x300.jpg 227w, https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/BZ150035-Fr\u00fchkartoffeln-775x1024.jpg 775w, https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/BZ150035-Fr\u00fchkartoffeln.jpg 948w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1642\" class=\"wp-caption-text\">Bergedorfer Zeitung, 13. April 1915<\/p><\/div>\n<p>Bekanntlich haben die d\u00fcmmsten Bauern die gr\u00f6\u00dften Kartoffeln \u2013 die plietschen Bauern setzen im Kartoffelanbau andere Priorit\u00e4ten, die zu einer eintr\u00e4glicheren Ernte f\u00fchren, wenn man sie denn l\u00e4sst: wer vor den anderen Erzeugern am Markt ist, erzielt deutlich h\u00f6here Preise.<\/p>\n<p>Die ersten neuen Kartoffeln eines Jahres kamen vor dem Krieg aus den klimatisch beg\u00fcnstigten L\u00e4ndern Malta und Algerien, aber Malta war britisch und Algerien franz\u00f6sisch, diese Importe w\u00fcrden nun also ausfallen. Belgien als weiterer Lieferant von Fr\u00fchkartoffeln war Kriegsschauplatz und seine Landwirtschaft lag darnieder (siehe <a title=\"Bergische Arbeiterstimme\" href=\"http:\/\/archivewk1.hypotheses.org\/8513\">Bergische Arbeiterstimme<\/a> vom 20. Januar 1915). Sie kamen aber auch aus Vierlanden.<\/p>\n<p>Dieser fr\u00fche Anbau der \u201eVierl\u00e4nder Fr\u00fchkartoffeln\u201c war ausgesprochen aufwendig (siehe BZ vom 14. Dezember 1915): zun\u00e4chst mussten die Kartoffeln in beheizten R\u00e4umen oder Treibk\u00e4sten vorgekeimt werden. Dann wurden sie in <a title=\"Mistbeetk\u00e4sten\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fr%C3%BChbeet\">Mistbeetk\u00e4sten<\/a> (mit h\u00f6lzernen W\u00e4nden an den Seiten und Glasfenstern oben, die Verrottungsw\u00e4rme des eingebrachten Mists einsperrend) in die Erde gesetzt. Bei Frost mussten die Fenster dann mit \u201eFleeken\u201c (Reetmatten) abgedeckt werden, die am Morgen wieder abzudecken waren. Bei starkem Sonnenschein wurden tags\u00fcber die Fenster angestellt, um es nicht zu hei\u00df werden zu lassen, und am Abend wieder geschlossen. Wenn die Pflanzen bew\u00e4ssert werden mussten, mussten daf\u00fcr die Fenster auch wieder angefasst werden, und nach der Ernte galt es, das Holz und die Fenster zu pflegen, ggf. zu reparieren und einzulagern \u2013 aber daf\u00fcr hatte man \u201eSechswochenkartoffeln\u201c oder \u201eFleekenkant\u00fcffeln\u201c, wie sie bei <a title=\"Finder\" href=\"https:\/\/kataloge.uni-hamburg.de\/DB=1\/XMLPRS=N\/PPN?PPN=65690013X\">Finder<\/a> (S. 177) genannt werden, fr\u00fcher als andere und in betr\u00e4chtlicher Menge: laut Finder, ebd., waren es in Vierlanden um 1920 etwa 100.000 Zentner \u2013 angesichts der herrschenden Kartoffelknappheit (siehe den Beitrag zur <a title=\"Abfallwirtschaft\" href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=1492\">Abfallwirtschaft<\/a>) h\u00e4tte dies im Fr\u00fchjahr 1915 h\u00f6chst erw\u00fcnscht sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Doch die festgesetzten H\u00f6chstpreise von 10 Pfennig pro Pfund waren (auch angesichts des Fehlens von Arbeitskr\u00e4ften durch die Einberufungen) offenbar kein Anreiz f\u00fcr die Vierl\u00e4nder, die M\u00fchen auf sich zu nehmen \u2013 schlie\u00dflich hatte man vor dem Krieg das Vier- bis F\u00fcnffache einnehmen k\u00f6nnen (laut BZ vom 14. Dezember 1915). Zwar inserierte die \u201eBergedorfer Obstkammer\u201c in der BZ vom 15. Juni 1915 neue Kartoffeln zu 30 Pfennig\/Pfund (knapp drei Wochen sp\u00e4ter waren es nur noch 13 Pfennig), was klar \u00fcber dem H\u00f6chstpreis lag, aber die Vierl\u00e4nder \u2013 soweit sie trotz allem diese \u201eFr\u00fchen\u201c anbauten \u2013 hatten nichts davon, da nur f\u00fcr (woher auch immer kommende) importierte Kartoffeln der H\u00f6chstpreis nicht zur Anwendung kam (BZ vom 14. Dezember 1915).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bekanntlich haben die d\u00fcmmsten Bauern die gr\u00f6\u00dften Kartoffeln \u2013 die plietschen Bauern setzen im Kartoffelanbau andere Priorit\u00e4ten, die zu einer eintr\u00e4glicheren Ernte f\u00fchren, wenn man sie denn l\u00e4sst: wer vor den anderen Erzeugern am Markt ist, erzielt deutlich h\u00f6here Preise. &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=1641\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-1641","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bergedorf1915"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1641","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1641"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1641\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1749,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1641\/revisions\/1749"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}