{"id":10868,"date":"2022-06-13T07:00:29","date_gmt":"2022-06-13T05:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=10868"},"modified":"2022-06-09T21:38:17","modified_gmt":"2022-06-09T19:38:17","slug":"nr-s3-22-die-steingrotte-am-schneckenberg-foto-fehlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/?p=10868","title":{"rendered":"Die Steingrotte am Schneckenberg"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_11156\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Verlo-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11156\" class=\"size-medium wp-image-11156\" src=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Verlo-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Verlo-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Verlo-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Verlo-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Verlo-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/blogs.sub.uni-hamburg.de\/bergedorf\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Verlo-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11156\" class=\"wp-caption-text\">\u201eVerlo\u201c in der Steingrotte<\/p><\/div>\n<p>\u201eUnten am Schneckenberge an der Wasserseite ist von gro\u00dfen Felsbl\u00f6cken eine k\u00fcnstliche Grotte hergestellt, die sicherlich jeden Besucher anheimelt und zu einem Besuche einladet.\u201c So schrieb die BZ am 1. Oktober 1896 \u00fcber die gerade neugestalteten Gr\u00fcnanlagen rund um das Bergedorfer Schloss.\u00a0 Links der Grottenmitte steht quasi hochkant ein gro\u00dfer Findling (ca. 1,5 Meter hoch), dessen oberes Ende auf dem Foto im herabh\u00e4ngenden Blattwerk verschwindet. Um diesen mit Bohrl\u00f6chern (unbekannten Datums) versehenen Stein ranken sich Geschichten, Legenden, kleinere Findlinge und Fragezeichen.<\/p>\n<p>Als der als \u201eVerlo\u201c bezeichnete Stein im Fr\u00fchjahr 1896 von Wentorfer Gebiet aus (mit Genehmigung der Bismarckischen Oberf\u00f6rsters Lange) \u201enach Bergedorf behufs Verwendung bei den Parkanlagen des Schlosses\u201c gebracht wurde, war den Transportbeteiligten die Bedeutung des Steins nicht bekannt, der bei der Bergung zudem in mehrere St\u00fccke zerbrochen war.<\/p>\n<p>So zitierte Hans Kellinghusen in seinem Aufsatz aus dem Jahre 1969 (<a href=\"https:\/\/agora.sub.uni-hamburg.de\/subhh\/digbib\/view?did=c1:46075&amp;p=12\">Zeitschrift des Vereins f\u00fcr Hamburgische Geschichte Bd. 55 (1969)<\/a>, S. 1-6) einen offiziellen Bericht, auch die Auskunft des Bauinspektors Wulff, dass man den \u201eerratischen Felsblock\u201c von \u201edem n\u00f6rdlich von der Bergedorfer Grenze belegenen Teil des auf dem Wege nach B\u00f6rnsen liegenden Geh\u00f6lzes \u201aSandwiesen\u2018\u201c genommen habe. Kellinghusen aber kam nach gr\u00fcndlicher Analyse einer die Grenzen Wentorfs beschreibenden Urkunde von 1290 zu dem Schluss, dass der Stein vor seiner Translozierung an der Schulenbrooksbek an einer \u201esumpfigen Stelle unterhalb des Krankenhauses Bethesda\u201c gelegen haben muss und es sich um den in der Urkunde genannten Grenzstein \u201eVerlo\u201c handelte \u2013 die Tatbeteiligten von 1896 mussten sich also in der Ortsangabe geirrt haben.<\/p>\n<p>Gerd Hoffmann und Helmuth Schlingemann verorten \u201eVerlo\u201c wiederum in den Sandwiesen: folgt man ihnen auf dem <a href=\"http:\/\/www.bergedorf-info.de\/INFO\/pdf\/Heft-oestlTeil.pdf\">Natur- und Geschichtspfad Bergedorf-B\u00f6rnsen<\/a> von 2007 (mit Kartenausschnitt), so wurde der Stein an der mit Nummer 15 bezeichneten Stelle entnommen. F\u00fcr diese Verortung spricht auch ein Leserbrief in der BZ vom 26. November 1897, in der ein nur mit \u201es.\u201c bezeichneter Leser das Verschwinden des Steins von seinem dort belegenen (pr\u00e4)historischen Platz beklagte: dort war \u201eeine heilige St\u00e4tte des Alterthums, denn Verlo war eine Gottheit unserer heidnischen Vorfahren\u201c, was in einem weiteren Leserbrief von Wilhelm Andresen best\u00e4tigt (BZ vom 30. November 1897),\u00a0 von Hoffmann\/Schlingemann wieder aufgegriffen wurde und sich heute auch auf der kleinen Texttafel vor der Schlossparkgrotte wiederfindet. Kellinghusen wiederum bezeichnete die Opferst\u00e4tten-These (Andresen: \u201eheidnischer Opferstein der alten Germanen\u201c) als \u201eSpekulation\u201c, mit der er sich nicht weiter besch\u00e4ftigen wollte. Dieser abweisenden Einsch\u00e4tzung Kellinghusens kann man problemlos folgen &#8211; in der Standortfrage lag er wohl daneben.<\/p>\n<p>Man kann heute auf der Bank vor der Grotte meditieren (oder spekulieren), woher \u201eVerlo\u201c kam und welche Funktion(en) er einst hatte, ob die ihn umgebenden Steine ausgegrabene Funde aus dem \u201enordwestlichen Theile des Gartens\u201c (BZ vom 24. Februar 1896) sind, wenn sie nicht zu den Fundamentsteinen des alten Schlossturms, des Zwingers, (dazu <a href=\"https:\/\/kataloge.uni-hamburg.de\/DB=1\/XMLPRS=N\/PPN?PPN=571072259\">Olaf Matthes<\/a>) geh\u00f6rt haben. Die \u201eVerlo\u201c umgebenden Findlinge sind jedenfalls laut Victoria Overlack (<a href=\"https:\/\/kataloge.uni-hamburg.de\/DB=1\/XMLPRS=N\/PPN?PPN=385036434\">Neuer Schlosskalender<\/a> Nr. 5 (2006), S. 16), aufgrund ihrer abweichenden Textur nicht als seine Bruchst\u00fccke anzusehen. Das wirft nat\u00fcrlich die Frage auf, wo diese Bruchst\u00fccke gelandet sind &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eUnten am Schneckenberge an der Wasserseite ist von gro\u00dfen Felsbl\u00f6cken eine k\u00fcnstliche Grotte hergestellt, die sicherlich jeden Besucher anheimelt und zu einem Besuche einladet.\u201c So schrieb die BZ am 1. 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