Hamburger Volkshochschule wird 100 Jahre alt

Die Hamburger Volkshochschule feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. „Demokratie braucht Bildung“ – das Gründungsmotto der Hamburger Volkshochschule ist heute genauso aktuell wie vor 100 Jahren. Bildungssenator Ties Rabe gratuliert: „Die Hamburger Volkshochschule ist die größte Hamburger Institution für allgemeine Weiterbildung in Hamburg und damit unverzichtbarer Bestandteil unserer demokratischen Stadtgesellschaft. Mit über 8.800 Bildungsangeboten hat die Volkshochschule ein vielfältiges und an den Interessen der Hamburger orientiertes Programm. Die Idee der Volkshochschule ist heute so aktuell wie damals: Bildung als Schlüssel zur Teilhabe an Gesellschaft und Wirtschaft darf kein Privileg sein, sondern ist ein Menschenrecht. Deshalb gehören zum Aufgabenfeld der Volkshochschule in steigendem Maße auch Bildungsangebote für Zuwanderer.“

Im Zuge des demokratischen Aufbruchs 1918/19 nach dem ersten Weltkrieg erkämpften engagierte Demokraten in Hamburg das Recht auf „Bildung für alle“. Bereits am 28. März 1919 beschloss die erstmals demokratisch gewählte Hamburgische Bürgerschaft mit der neuen Regierungskoalition aus SPD und DDP auf ihrer dritten Sitzung die Gründung der Volkshochschule und der Universität Hamburg. Der erste Direktor der Volkshochschule war Rudolph Roß, späterer Erster Bürgermeister Hamburgs. Roß: „Es gibt keine dringlichere Aufgabe als politische Bildung.“ Die Bürgerinnen und Bürger sollten Dank der Bildung durch die Volkshochschule aktiv und selbstbestimmt an den kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben der Stadt teilhaben können.

Hier der aktuelle Plan zu allen Veranstaltungen: www.vhs-hamburg.de/100-jahre-vhs-bildung-fuer-alle
Im Sommer 1919 startete die Volkshochschule mit 25 Veranstaltungen, die von 1.073 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht wurden: Übungskurse, Vorlesungen und Führungen in den Wissensgebieten Geschichte, Literatur und Volkswirtschaft. Welche stürmische Entwicklung die Volkshochschule genommen hat, zeigt der Vergleich zum Jahr 2018. Heute ist die Volkshochschule ein Landesbetrieb der Hamburger Schulbehörde, die im Jahr 2018 8.866 Veranstaltungen organisierte und rund 107.000 Teilnahmen verzeichnete – 100 mal mehr als vor 100 Jahren. Betrieb und Angebote der Volkshochschule kosten im Jahr rund 20 Millionen Euro. Die Kursgebühren der Kursteilnehmenden decken rund zwei Drittel dieser Kosten, gut sieben Millionen Euro pro Jahr werden von der Schulbehörde finanziert.

Die Volkshochschule Hamburg betreibt in Hamburg neun Volkshochschulzentren. Die zahlreichen Kursangebote finden in diesen Zentren, aber auch in 17 weiteren VHS-Veranstaltungsorten sowie rund 50 Schulen und rund 200 weiteren Orten wie Tanzschulen und Ateliers statt. Rund 1.700 freiberufliche Kursleitende organisieren heute die Bildungsangebote, 162 hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter organisieren den Betrieb der Volkshochschule. Größere Bedeutung im umfangreichen Weiterbildungsangebot haben seit langem die Fremdsprachenangebote. Seit 55 Jahren gibt es aber auch schon die Kursangebote im Bereich „Deutsch als Fremdsprache“, die im Zuge wachsender Zuwanderung deutlich ausgebaut wurden.

Im Jubiläumsmagazin der Hamburger Volkshochschule, das Anfang Februar erschienen ist, würdigt Senator Rabe die Arbeit der größten Hamburger Weiterbildungsinstitution: „Die Hamburger Volkshochschule hat in den 100 Jahren ihres Bestehens verantwortungsbewusst auf eine veränderte Nachfrage reagiert, hat erkannt, wo Weiterbildung notwendig ist und diese vorausschauend bedient. Heute gilt sie als anerkannte, leistungsfähige und innovative Weiterbildungseinrichtung. Bildung und Weiterbildung sind heute und auch in Zukunft der Schlüssel für ein erfolgreiches, selbstbestimmtes Leben und soziale Teilhabe.“

Ebenfalls im Jubiläumsmagazin weist die Geschäftsführerin der Hamburger Volkshochschule, Marlene Schnoor, auf die heutigen Herausforderungen hin: „Der gute Wille und die Professionalität allein reichen allerdings nicht aus: Weiterbildung muss bezahlbar sein, damit sie allen zugänglich ist, sie muss gut erreichbar sein und sie muss an alle Lernvoraussetzungen angepasst werden. Sie muss in Räumen stattfinden, in die Erwachsene gern kommen, die gut erreichbar und nicht zu sehr Schule sind. Und sie muss inhaltlich und methodisch auf der Höhe der Zeit sein. Dafür benötigt die VHS heute und auch in Zukunft öffentliche Unterstützung.“

2019 feiert die Hamburger Volkshochschule ihren 100. Geburtstag mit vielen Veranstaltungen. So lädt Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher am 29. März rund 250 Gäste, unter anderem Annegret Kramp-Karrenbauer als Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbandes und Dr. Ernst Dieter Rossmann als Vorsitzender des Deutschen Volkshochschulverbandes, zum Senatsempfang. Ab dem 18. März erinnert die Ausstellung „Die Zeit war reif! 100 Jahre – Aufbruch in die Demokratie“ in der Hamburger Rathausdiele mit zahlreichen Schautafeln an die in der bewegten Zeit der Jahre 1918/1919 gegründeten Bildungsinstitutionen. Am 01.04.2019 lädt die Volkshochschule Experten und Fachleute zur Fachtagung „Welche Bildung braucht Demokratie?“ in die Bucerius Law School ein. Und am 22. Juni feiert die Volkshochschule ihren Geburtstag mit dem VHStival auf Kampnagel.

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