Vom Dorf zur Metropolregion – Die Geschichte des größten Hamburger Bezirks

Bergedorf ist bis heute eine der vielfältigsten Regionen Hamburgs. Dort steht Hamburgs einziges Schloss. Dort werden aktiv Landwirtschaft und Gartenbau betrieben. Dort liegen Erholungs- und Naturschutzgebiete direkt an Trabantensiedlungen vergangener Jahrzehnte.  Vor 850 Jahren als kleines Kirchspiel an der Bille entstanden, wuchs Bergedorf aufgrund seiner günstigen Lage an Handelswegen zu Land und Wasser schnell vom Dorf zur Stadt und gehört seit 1868 zu Hamburg.

Das historische Landherrenzimmer beispielsweise, im Schloss war einst Sitz des für Bergedorf zuständigen Hamburger Senators. Die intarsienverzierte Vertäfelung und die Fliesen im Raum geben noch heute einen Eindruck von Reichtum und Tradition der Region.  Trachtenzimmer, Vierländer Kate und Truhen präsentieren die ländlichen Bräuche. Schlossgespenst Hugo begleitet Kinder durch die Ausstellung und berichtet von Grafen und mittelalterlichen Schlachten, erklärt das Stadtmodell und versteckt sich im Alkoven.

Weitere Informationen zur Dauerausstellung, finden Sie hier.

Quelle: Bergedorfer Museumslandschaft

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Hamburger Klimawoche vom 20. bis 27. September 2020

Es wird ein Lichtblick inmitten der Coronakrise: Die 12. Hamburger Klimawoche wird zwischen dem 20. und 27. September stattfinden, die zentralen Veranstaltungen gibt es auf dem Hamburger Rathausmarkt. Eine attraktive und offene Zeltdachkonstruktion und ein ausgeklügeltes Hygienekonzept bieten den Gästen den größtmöglichen Schutz und über zahlreiche Medienpartner sowie über Online-Streaming wird die Reichweite noch wesentlich größer sein als in den vorherigen Jahren.

„Das Corona-Virus öffnet einem die Augen und zeigt den Menschen global, was in den vergangenen Jahren politisch und wirtschaftlich falsch gemacht wurde. Die Corona-Krise und auch der Klimawandel verdeutlichen einem, dass es jetzt darauf ankommt, den Bedürfnissen der Menschen und der Umwelt gerecht zu werden – also genau das, was die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen erreichen wollen! Das ist genau die zukunftsgerichtete Botschaft der Hamburger Klimawoche zum Wohle der Menschen in der Metropolregion Hamburg und weit darüber hinaus“, sagt Frank Schweikert, Kurator der Hamburger Klimawoche.

Für das harmonische Veranstaltungskonzept auf dem Hamburger Rathausmarkt konnte der Klimawoche e.V. auf zuverlässige und teils langjährige Partner zurückgreifen, die ein spannendes und unter strengen Hygienebedingungen dennoch attraktives Konzept entwickelt haben. Unter der Federführung von EventPlanung nord, Nord Event und der Schenefelder Segelmacherei Albrecht von Bremen entsteht für die 12. Hamburger Klimawoche eine nach außen hin offene, regengeschützte Openair-Veranstaltung. Die Bauten bieten Platz für spannende Informationen aus dem Bereich der Klimaforschung mit renommierten Partnern wie dem Deutschen Klimarechenzentrum und garantieren zudem eine bestmögliche Durchlüftung für einen nachhaltigen Coronaschutz. Der beim zuständigen Bezirksamt Hamburg-Mitte im April eingereichte Genehmigungsantrag wurde Ende Juli noch einmal überarbeitet. Zum Hygienekonzept gehört zur bestmöglichen Einhaltung der Abstandsregeln eine großzügige Gestaltung der Klimawochen-Eventfläche, ein Ein-Wege-System sowie eine digitale Gästeerfassung zur Nachverfolgbarkeit von möglichen Infektionswegen.

Am zweiten Wochenende (26. / 27. September) findet zusätzlich die Green World Tour rund um die St. Petri-Kirche als Teil der 12. Hamburger Klimawoche statt, bei der zahlreiche Unternehmen und Organisationen ihre Arbeit und Produkte der Öffentlichkeit vorstellen. Alle Veranstaltungen der Klimawoche können kostenfrei besucht werden.

„Wir freuen uns auf die 12. Hamburger Klimawoche, wenn auch unter erschwerten Rahmenbedingungen und trotz Absagen vieler Sponsoren und Behörden“, sagt Kurator Frank Schweikert, „denn gerade jetzt ist der öffentliche Dialog über Klima- und Umweltschutz dringender denn je.“

NDR 90,3 und Hamburg Journal sowie Hamburgs Communitysender TIDE sind Medienpartner der 12. Hamburger Klimawoche und werden dafür sorgen, dass die zahlreichen Veranstaltungen der Klimawoche auf vielen Programmplätzen und auch als Stream zu Hause gesehen werden können.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie hier.

Quelle: Zukunftsrat Hamburg

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Museum für Hamburgische Geschichtchen

Stadtgeschichte wird nicht nur durch Exponate im Museum oder wissenschaftliche Aufsätze von Historikern erfahrbar, sondern auch durch die mündliche Überlieferung von Geschichten und Geschichtchen. Die große Sturmflut, der Mythos der Achtundsechziger, der Kampf um die Hafenstraße, große und kleine Familiengeheimnisse, Berichte aus der Schulzeit, Szene-Storys, die Veränderung von Stadtteilen und Straßenzügen, Migrations- und Fluchtgeschichten, Erfahrungen von Bewohnern wie Erlebnisse von Touristen oder Zugezogenen – all das wartet darauf, erzählt und gehört zu werden. 

In der Millerntorwache, dem klassizistischen Bau zwischen Planten un Blomen und Reeperbahn, gibt es deshalb einen Ort zum Erzählen und Zuhören: Das Museum für Hamburgische Geschichtchen. Auf einem Sofa bei Kaffee oder Tee können Hamburger und Besucher der Stadt ihre Geschichten und Geschichtchen rund um Hamburg erzählen. Die Erzählungen werden aufgezeichnet und im Museum für Hamburgische Geschichte archiviert. Bei Einverständnis der Erzählenden werden diese auf Vimeo veröffentlicht. Auf Wunsch werden sie als Datei den Erzählenden zugesandt.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Quelle: Museum für Hamburgische Geschichten

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Aktuelles aus dem Stadtteilarchiv Ottensen e.V. Geschichtswerkstatt für Altona

40 Jahre Stadtteilarchiv Ottensen

Das Stadtteilarchiv Ottensen ist die älteste Geschichtswerkstatt in Hamburg und wird heute 40 Jahre alt!

Seit 1980 wird dort Geschichte erkundet und erforscht, vermittelt und präsentiert, darüber gestaunt und reflektiert. In den Anfängen begann eine kleine, aktive Gruppe, für die Ausstellung „Ottensen – Geschichte eines Stadtteils“ im Altonaer Museum gezielt die Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels einzubeziehen. Die Themen und die Motivation damals in den 1980ern sind heute nicht weniger aktuell: Arbeit, Alltag, Verkehr, Stadtplanung, Verdrängung, und der Wunsch, Geschichte selbst in die Hand zu nehmen. Vor 40 Jahren wirkten die meisten Archive noch wie akademische Hoheitsgebiete. Gleichzeitig gab es an ganz unterschiedlichen Orten die Motivation, Geschichte „von unten“ zu machen und aktiv mitzugestalten, wie man über Geschichte spricht, was bewahrt wird und auf welche Weise man sich an bestimmte Ereignisse erinnern.

Viel Wasser ist seit der Gründungssitzung die Elbe runtergeflossen: von der Vereinsgründung und der Idee der Geschichts-Werkstatt, über den mobilen Bauwagen und die ersten Räume Am Born, bis zum Ausbau der alten Drahtstifte Fabrik in der Zeißstraße zu den jetzigen Archivräumen, der kleinen Dauerausstellung zur Drahtstifte-Fabrik Feldtmann und den Veranstaltungsmöglichkeiten im Kesselhaus.

Das Stadtteilarchiv Ottensen hat dabei zwei Geburtstagswünsche an Sie. Sie wünschen sich von Ihnen weiterhin Fotos und Objekte, Anekdoten und Geschichten, die ihre Geschichte des Stadtteils erzählen. Das Stadtteilarchiv Ottensen ist ein Ort mit Nägeln und Köpfen, mit Geschichte zum Anfassen und zum Mitmachen!

Und sie wünschen sich ein wenig Geduld, um im nächsten Jahr unter einfacheren, Corona-verebbten Bedingungen einen rauschenden 41. Geburtstag mit einer kleinen Veranstaltung zu feiern. Denn auch dieser Umstand wird hoffentlich irgendwann historisch sein…

Weitere Informationen zum Geburtstag finden Sie hier.

Quelle: Stadtteilarchiv Ottensen

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Premiere für den Hamburg Open Science Award 2020 Neuer Preis fördert transparente Wissenschaft – Bewerbungsschluss 16. Oktober 2020

Das Projekt „Gestaltung des digitalen Kulturwandels“ im hochschulübergreifenden Programm Hamburg Open Science (HOS) vergibt in diesem Jahr erstmals den Hamburg Open Science Award. Bewerben können sich Wissenschaftler*innen sowie Forschungsgruppen der staatlichen Hamburger Hochschulen, die sich in besonderem Maße für Offenheit in der Wissenschaft engagieren – unabhängig von Statusgruppen, Themenbereichen und Disziplinen. Vergeben werden bis zu fünf Preise, die mit jeweils 5.000 Euro dotiert sind. Die Preisverleihung wird Ende November 2020 stattfinden.

Der offene Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und Materialien ist in der digitalisierten Gesellschaft grundlegend und prägt die wissenschaftspolitische Debatte. Mit dem Hamburg Open Science Award sollen Forschungsprojekte ausgezeichnet werden, die einen bedeutsamen und sichtbaren Beitrag zu offener Wissenschaft leisten. Dabei wird der gesamte Forschungsprozess von der Entwicklung der Forschungsfragen bis zur Vermittlung der Erkenntnisse berücksichtigt. Einsendeschluss ist der 16. Oktober 2020. Alle Infos zur Bewerbung finden sich unter https://t1p.de/HOSA.

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank: „Offenheit und Transparenz in der Wissenschaft sind die Grundlage für nachhaltige Innovationen – insbesondere in unserer digitalisierten Gesellschaft. Die Corona-Pandemie hat uns noch einmal vor Augen geführt, wie bedeutsam ein offener Wissenstransfer für den wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Austausch ist. Daher freue ich mich, dass mit dem Hamburg Open Science Award erstmals Projekte ausgezeichnet werden, die über ihren offenen Ansatz wissenschaftliche Vernetzung und gesellschaftliche Teilhabe weiter stärken.“

Zu Hamburg Open Science
Die Ergebnisse öffentlich finanzierter Hamburger Forschung sollen frei zugänglich und einfach auffindbar sein. Hamburg Open Science will in mehreren Schritten ein nutzer*innenfreundliches Internetportal bieten, das wissenschaftliche Publikationen, Forschungsdaten und Informationen zu Forschungsprojekten, Open Access und Open Science zentral verfügbar macht. HOS ist die Umsetzung einer hochschulübergreifenden Strategie, die von der Universität Hamburg (UHH), der Technischen Universität Hamburg (TUHH), der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), der HafenCity Universität Hamburg (HCU), der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK), der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT), dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky (SUB) gemeinsam mit der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke (BWFGB) entwickelt wurde.

Mit dem Programm Hamburg Open Science ermöglicht der Hamburger Senat den Hochschulen, an aktuellen wissenschaftspolitischen Entwicklungen teilzuhaben und den Kulturwandel in der Wissenschaft hin zu mehr Transparenz und Offenheit aktiv mitzugestalten.

Quelle: Hamburg.de

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Hamburg Marketing GmbH feiert 60 Jahre Beatles in Hamburg mit internationaler Livestream-Jubiläumsshow

Dienstag, 18. August 2020. Am gestrigen Montag, 17. August feierte die Musikmetropole Hamburg das 60-jährige Jubiläum des ersten Auftrittes von John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Pete Best als „The Beatles“. Nicht wie geplant als großes Live-Event, sondern COVID 19-bedingt als Livestream im Internet aus dem Indra Club, der Original-Location auf St. Pauli.

Organisiert von Hamburg Marketing GmbH feierte die dreistündige Show die Beatles und Hamburg mit viel Live-Musik, Geschichten rund um ihre Zeit in Hamburg und Talks mit Prominenten wie Otto Waalkes und den Rattles, Beatles Experten und ehemaligen Weggefährten. Der Livestream wurde unter dem Titel „Stream and Shout“ national über die Kanäle der Hamburg Tourismus GmbH und Medien wie den NDR, hamburg.de, das Musikmagazin Rolling Stone sowie international u. a. von Ö3 (Österreich), die wichtigste dänische Tageszeitung Berlinkske Tidende, den englischen Regionalsender ITV Granada News und ABCradio in den USA ausgestrahlt.

Tausende Beatles Fans aus aller Welt schalteten sich über die wichtigsten Beatles-Fanwebseiten dazu. Bis zum Vormittag, 18.8. gab es allein auf Facebook mehr als 200000 Aufrufe des Livestreams und „on demand“. Zusätzlich streamte die Elbphilharmonie im Rahmen ihres „Elbphilharmonie-Konzertkinos“ live eine Beatles-Hommage der Jazzpianistin Julia Hülsmann direkt aus dem Kleinen Saal. Beide Streams sind noch unter www.stream-shout.hamburg sowie auf Facebook und YouTube abrufbar.

Zur Bedeutung der Beatles für Hamburg sagt Dr. Carsten Brosda, Senator der Behörde für Kultur und Medien: „Vor 60 Jahren startete in Hamburg die beispiellose Weltkarriere der Beatles, die die Musik bis heute grundlegend prägt. Hamburg ist stolz
auf die Liverpooler, die ihr Glück in Hamburg fanden. Möglich wurde dies auch durch den kreativen und freien Geist, der bis heute nicht nur in der großartigen Club-Szene der Elbmetropole herrscht.“

Und weiter Michael Otremba, Geschäftsführer Hamburg Marketing GmbH„Der Erfolg unserer Beatles Jubiläumsshow zeigt einmal mehr, dass an Hamburg zum Thema Musik kein Weg vorbeiführt. Per Live-Stream haben wir Fans aus der ganzen Welt virtuell in die Hansestadt geholt, damit sie das große musikalische Erbe der Stadt entdecken können, die mit ihren zahlreichen und einzigartigen Clubs einen Nährboden für Musiktalente bietet. Die Künstler und Künstlerinnen, allen voran Beatles Expertin Stefanie Hempel, sorgen mit ihrer Virtuosität, ihrem Engagement und ihrer Haltung dafür, dass wir in Hamburg unser musikalisches Erbe lebendig halten und mit hoher internationaler Relevanz kommunizieren können, auch in gerade für sie schwierigen Zeiten. Dieses digitale Experiment verdeutlicht darüber hinaus aber auch, wie Hamburg mit hoher Innovationskraft den aktuellen Anforderungen der Coronakrise begegnet.“

Gemeinsam mit ihrer Band und unterstützt von Musikern wie dem Kaiser Quartett, Cäthe, Bernd Begemann, Jessy Martens, Billy King, Jimmy Cornett und Michèl von Wussow brachte die Hamburger Beatles Expertin Stefanie Hempel ein Rock’n’Roll-Special auf die Bühne – vom rekonstruierten Original-Set der Beatles aus dem August 1960 bis zu den großen Hits. Klassischer Rock’n’Roll und Neuinterpretationen trafen an diesem Abend auf Geschichten und Anekdoten aus dem wilden Leben der jungen Beatles in Hamburg, bevor sie ihre Weltkarriere starteten. Als großer Beatles-Fan ließ es sich auch der Hamburger Comedian und Musiker Otto Waalkes nicht nehmen, seiner Lieblingsband über eine Video-Botschaft musikalisch zu gratulieren. Auch die Beatles Weggefährten der „Rattles“ erzählen über die Swingin´ Sixites in Hamburg. Da es sich um einen weltweiten Stream handelte, wurde die Show englischsprachig vom amerikanischen Moderator David Patrician präsentiert.

Der Livestream und die Jubiläums-Show waren der Auftakt zu einer Reihe von Beatles-Kommunikationsanlässen, die die Hamburg Marketing GmbH im Jubiläumsjahr nutzt, um die Musikmetropole Hamburg touristisch zu vermarkten.
Youtube-Link zum Einbetten: https://youtu.be/Xggfd2mOeS8Fotos und Visuals zur kostenfreien redaktionellen Verwendung stehen hier zum Download bereit, weitere Hintergrundinformationen zum 60. Jubiläum der Beatles in Hamburg: www.marketing.hamburg.de/60-jahre-the-beatles.html

Video on Demand unter www.stream-shout.hamburg

Quelle: Hamburg Marketing

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Bojenmann ahoi Hamburgs „Vier Männer auf Bojen“ kehren zurück

Die erste der neu geschaffenen Skulpturen von Stephan Balkenhol wurde in Övelgönne zu Wasser gelassen

Schwarze Hose, weißes Hemd, den Blick gelassen ins Weite gerichtet – die „Vier Männer auf Bojen“ von Stephan Balkenhol sind von Elbe, Alster, Süderelbe und dem Bergedorfer Serrahn nicht mehr wegzudenken. Aus Eichenholz gefertigt, waren die vier Figuren fast drei Jahrzehnte lang der Witterung ausgesetzt, sodass sie nun ersetzt werden mussten. Stephan Balkenhol hat sich bereit erklärt, vier neue Figuren aus Aluminium herzustellen, die sich äußerlich nicht von den Holzfiguren unterscheiden, Wind und Wetter jedoch besser standhalten. Die erste der vier neuen Figuren wurden am 03.08.20 an ihrem Standort vor Övelgönne zu Wasser gelassen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Bojenmänner prägen seit fast dreißig Jahren das Stadtbild und gehören ohne Zweifel zu den bekanntesten Kunstwerken im öffentlichen Raum in Hamburg. Wer an Alster, Elbe oder Serrahn spazieren geht, kommt nicht umhin, sie zu bemerken. Sie ziehen die Blicke auf sich, irritieren und bringen zum Nachdenken. Dass das weiterhin möglich ist, verdanken wir Stephan Balkenhol. Mit seinen neuen Figuren werden nun vier Bojenmänner aus haltbarem Material ihre Plätze einnehmen. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt gemeinsam fortsetzen und einen Weg gefunden haben, die Bojenmänner dauerhaft in Hamburg zu zeigen.“
Stephan Balkenhol: „Die Bojenmänner sind nicht nur in den Seekarten verzeichnet sondern haben sich auch im visuellen Gedächtnis der Hamburgerinnen und Hamburger eingeschrieben, gehören zum Stadtbild. Ich bin sehr froh und dankbar, dass sie jetzt wieder zu Wasser gelassen werden und wünsche ihnen ein langes, bewegtes – aber standhaftes Leben.“
Ursprünglich als temporäres Projekt für wenige Jahre geplant, waren die „Vier Männer auf Bojen“ 1993 erstmals in Hamburg zu Wasser gelassen worden. Schon bald waren sie bei Hamburgerinnen und Hamburgern sowie bei Besucherinnen und Besuchern der Stadt so beliebt, dass sie seitdem jedes Jahr von Frühjahr bis Spätherbst an ihren angestammten Plätzen auf der Außenalster in der Nähe der Gurlitt-Insel, der Elbe vor Övelgönne, der Süderelbe in Harburg und dem Bergedorfer Serrahn gezeigt wurden.
Nachdem die Bojenmänner fast dreißig Jahren lang Wind und Wetter ausgesetzt waren, zeigten sich die Folgen der Materialermüdung so deutlich, dass die aus Eichenstämmen gehauenen und auf Flachwassertonnen montierten Holzfiguren nicht wieder zu Wasser gelassen werden konnten.
Um die Figuren dauerhaft in Hamburg zeigen zu können, hat die Behörde für Kultur und Medien gemeinsam mit dem Künstler über eine mögliche Fortsetzung dieses erfolgreichen Projekts aus dem Programm „Kunst im öffentlichen Raum“ beratschlagt. Stephan Balkenhol schlug vor, vier neue Figuren aus haltbarerem Material herzustellen.
Nach den alten von ihm überarbeiteten Modellen geformt und bemalt, sind die neuen Männer äußerlich kaum von ihren Vorgängern zu unterscheiden. Der wesentliche Unterschied zwischen ihnen liegt im Verborgenen: Sie sind aus Aluminium gegossen und mit Lack bemalt. Dies verspricht eine größere Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen und eine noch vielfach längere Lebensdauer als das vormals verwandte Eichenholz.
Der ersten fertigen Figur, die jetzt vor Övelgönne festgemacht wurde, folgt in Kürze der zweite Bojenmann auf der Harburger Süderelbe östlich der Brücke des 17. Juni. Die dritte Figur soll bald wieder ihren Platz auf der Außenalster nahe der Gurlitt-Insel einnehmen. 
Die vierte Figur wird derzeit produziert. Sie wird voraussichtlich im kommenden Jahr den Bojenmann aus Holz auf dem Serrahn in Bergedorf ersetzen, der dort aktuell noch zu sehen ist.
So werden sie bald alle wieder jeweils vom Frühjahr bis in den Spätherbst an den bekannten Standorten zu sehen sein. Die Produktionskosten in Höhe von 100.000 Euro trägt die Behörde für Kultur und Medien. Der Künstler hat auf ein Honorar verzichtet. Die vier Bojenmänner aus Holz sollen nach restauratorischer Überarbeitung im Atelier des Künstlers zunächst mit ihm auf Ausstellungstournee gehen, um dann an Standorten in Innenräumen im musealen Kontext dauerhaft ausgestellt zu werden.

Die Geschichte der „Vier Männer auf Bojen“

Die Geschichte des Projekts der „Vier Männer auf Bojen“ nahm ihren Anfang 1992 mit dem Erwerb einer ersten Figur durch die Kulturbehörde Hamburg für die Außenalster. Die Bojenskulptur war zuvor kurze Zeit auf der Themse in London platziert. Das Projekt im Rahmen des Programms „Kunst im öffentlichen Raum“ wurde um drei weitere Bojenmänner erweitert, die 1993 im Stadtgebiet auf verschiedenen Gewässern aufgestellt wurden. Die vier Männer – alle bekleidet mit schwarzer Hose und weißem Hemd – mittleren Alters und von durchschnittlicher Größe, erlauben keine spezifische Identifizierung. Unterscheidbar sind sie nur durch unterschiedliche Ruhestellungen der Arme. Sie verraten weder Herkunft noch Beruf, noch ihre innerlichen Befindlichkeiten oder Absichten. Gelassen und wie selbstverständlich in sich ruhend stehen sie auf dem Wasser. Fern jeder Expressivität überlässt ihr Gesichtsausdruck seine Deutung den Betrachterinnen und Betrachtern.
Stephan Balkenhol wurde 1957 in Fritzlar geboren, studierte von 1976 bis 1982 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Ulrich Rückriem und hatte von 1988 bis 1991 Lehraufträge an der HfbK in Hamburg, der Städelschule in Frankfurt und der Akademie für bildende Künste in Karlsruhe inne. Seit 1992 ist er Professor an der Akademie für bildende Künste in Karlsruhe.Er gilt als einer der international renommiertesten und erfolgreichsten zeitgenössischen deutschen Bildhauer. Sein künstlerisches Werk umfasst zahlreiche Skulpturen (meist aus Holz oder Bronze) im öffentlichen Raum weltweit, Zeichnungen und Fotografien, er ist in vielen Sammlungen und Ausstellungen großer Museen und Ausstellungsinstitutionen vertreten. Außer den „Vier Männern auf Bojen“ existieren in Hamburg zwei weitere Großskulpturen von Stephan Balkenhol im öffentlichen Raum: die Bronzeplastiken „Mann und Frau“ (2004) vor der Zentralbibliothek der HÖB auf dem Arno-Schmidt-Platz, entstanden im Rahmen eines künstlerischen Wettbewerbs für die Kunstmeile, und „Mann auf Giraffe“ (2001) im Eingangsbereich zum Tierpark Hagenbeck an der Koppelstraße, entstanden im Auftrag des Tierparks.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Quelle: Hamburg.de

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Bettina Probst wird neue Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte Die erfahrene Projektleiterin wechselt zum 1.11.2020 von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin nach Hamburg

Bettina Probst ist mit Zustimmung des Stiftungsrates der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) zur neuen Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte berufen worden. Die erfahrene Projektleiterin und engagierte Museumsplanerin wird zum 1. November 2020 von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin in das Direktionsteam der SHMH wechseln und die Leitung des stadthistorischen Museums am Hamburger Holstenwall übernehmen.

Bettina Probst (Jahrgang 1965) ist seit 2012 als Stabs- und Projektleiterin in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für die Planung und Präsentation des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin im Kontext des Humboldt Forums verantwortlich. Ihre aus dem Planungsprozess gewonnenen vielfältigen Erkenntnisse spiegeln sich in vielen von ihr veröffentlichten Publikationen wider. Davor leitete die studierte Historikerin mit den Schwerpunkten Wirtschafts- und Sozialgeschichte von 2002 bis 2012 als Referentin und Projektverantwortliche in der Generaldirektion der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zahlreiche große und internationale Ausstellungs- und Kooperationsprojekte.

Aufgrund ihrer umfangreichen Erfahrungen mit Prozessen und Perspektiven der Neukonzeption von kulturhistorischen Museen ist Bettina Probst eine ideale Besetzung für die Direktion des Museums für Hamburgische Geschichte, das sich derzeit in einem intensiven Prozess der baulichen Modernisierung und inhaltlichen Neugestaltung befindet. Im Jahr 2015 wurden dafür vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages Mittel in Höhe von 18 Millionen Euro bereit gestellt, die um eine Unterstützung von weiteren 18 Millionen Euro durch die Freie und Hansestadt Hamburg ergänzt werden.

Quelle: SHMH

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Historische Tagung zu Völkerschau-Objekten in Lübeck

Die Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck lädt in Kooperation mit dem Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck und der Gesellschaft für Geographie und Völkerkunde zu einer interdisziplinären Tagung ein, die vom 27. bis 29. Oktober 2020 in Lübeck stattfindet.

Mit dem Begriff „Völkerschau“ wird eine Fülle höchst unterschiedlicher Präsentationen von Menschen fremdkultureller Herkunft bezeichnet, die meist vor 1945 stattfanden. Das Spektrum dieser Veranstaltungen reicht von den vieldiskutierten Völkerschauen des Hamburger Zoo-Unternehmers Hagenbeck und Zirkustourneen, über „Eingeborenendörfer“ auf Kolonialschauen und Weltausstellungen bis hin zu lokalen Auftritten von Indigenen in Theatern, Gasthöfen oder Schaubuden auf Volksfesten. In der bisherigen Forschung ist primär die Bedeutung der größeren Völkerschauen im Kontext des Kolonialismus und Rassismus herausgearbeitet worden, wobei die Opferrolle der zur Schau gestellten besondere Betonung fand. Einige neuere Studien bemühen sich auch um eine differenzierte Darstellung der Agency der Indigenen, indem sie deren Sichtweisen, ihren Motivationen und Handlungsspielräumen im Rahmen solcher Veranstaltungen nachspüren. Dabei beschränkt sich die Völkerschau-Forschung weitgehend auf Bild- und Textquellen.

Tatsächlich existiert in deutschen Museen eine Reihe von ethnographischen und naturkundlichen Sammlungen, die in ihrer Provenienz mit solchen Veranstaltungen verknüpft sind. Im Rahmen dieser Tagung soll erstmalig ein Überblick über diese Bestände gegeben und Möglichkeiten einer interdisziplinären Erforschung solcher „Völkerschau-Objekte“ diskutiert werden.

Interessant ist sowohl die Ethnographica oder Naturalien, die während der Anwerbungsreisen in den betreffenden Ländern gesammelt wurden, als auch Objekte, die von den Indigenen erst während der Schauen produziert, verwendet oder verkauft wurden. Wie die Reisen der Brüder Jakobsen an der nordamerikanischen Nordwestküste in den 1880er Jahren belegen, wurden z.T. schon im Rahmen der Anwerbung von Indigenen in den Herkunftsländern umfangreiche Sammlungen gezielt für den Verkauf an Museen angelegt. Solche Sammlungsreisen ließen sich als eine Art Forschung darstellen. Und auch die Völkerschauen selbst erhoben den Anspruch, einen Bildungsauftrag zu erfüllen. Die Indigenen wurden während ihrer Tourneen häufig von Wissenschaftlern befragt, fotografiert und anthropologisch vermessen. Im Falle ihres Ablebens konnten sogar ihre Schädel in medizinischen und musealen Sammlungen enden. Weithin unbeachtet geblieben ist hingegen, dass die Indigenen bisweilen auch Übersetzungsarbeiten oder die Interpretation von Exponaten für die Museen leisteten, die somit ebenfalls in die Kategorie „Völkerschau-Objekte“ fallen. Ohne die kolonialen Machtverhältnisse in Abrede stellen zu wollen erscheint es daher angebracht, Völkerschauen auch als einen Wissensraum zu betrachten und die Rolle der Indigenen bei der Produktion musealen Wissens zu würdigen.

Eine Sektion der Tagung wird sich der Sammlung Jakobsen widmen, die heute auf verschiedene Museen verstreut ist. Darüber hinaus sind Angehörige aller anderen Museen im deutschsprachigen Raum, etablierte Fachleute an den Universitäten sowie der wissenschaftliche Nachwuchs herzlich eingeladen, sich mit einer Vorstellung ihrer Bestände oder den Ergebnissen ihrer Forschungen rund um diese Thematik an unserer Tagung zu beteiligen. Dies schließt ausdrücklich auch naturkundliche Sammlungen mit ein, die z. B. präparierte Tiere oder Pflanzen bewahren, welche während solcher Schauen zusammen mit den Indigenen präsentiert wurden.
Besonderes Interesse gilt dabei Fragen nach der Provenienz und der indigenen Agency, die solche „Völkerschau-Objekte“ reflektieren. Welche Funktion hatten die Objekte in den Herkunftsgemeinschaften? Wurden sie speziell für den Verkauf nach Europa geschaffen? Unter welchen Bedingungen wurden sie produziert oder gesammelt? Auch weitere Aspekte ihrer Objektbiographien und ihrer sich wandelnden Bedeutungen, etwa im Rahmen ihrer Rezeption in Ausstellungen und Veröffentlichungen sind von Interesse. Inwiefern taugen solche Objekte als historische oder ethnographische Quellen? In welcher Form und mit welcher Zielsetzung könnten Sie in einer zeitgemäßen Ausstellung präsentiert werden? Und last but not least: Welche Bedeutung kommt diesen Objekten aus Sicht der Nachfahren ihrer Ursprungsgemeinschaften zu und was spricht für oder gegen eine Restitution?
Die Tagung beginnt am Abend des 27. Oktober 2020 im großen Saal der Gemeinnützigen (Königstr. 5) mit einem an eine breite Öffentlichkeit adressierten Doppelvortrag von Dr. Hilke Thode-Arora und Dr. Lars Frühsorge mit einer allgemeinen Einführung in das Thema der Völkerschauen und deren lokalspezifischer Ausprägung in Lübeck.

Weitere Informationen zur anschließenden Tagung, sowie den Teilnahmenbedingungen, finden Sie hier.

Quelle: hsozkult

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Ausgegraben. Vom 2. September bis 22. November 2020. Archäologische Forschungen zur Nikolaikirche

Sonderausstellung

Ausgegraben. Archäologische Forschungen zur Nikolaikirche.

Mit dieser Ausstellungs-Kooperation schlägt das Archäologische Museum Hamburg ein neues spannendes Kapitel der Geschichte Hamburgs im Mahnmal St. Nikolai auf: Im Herzen der Stadt, am Nikolaifleet, führte das Archäologische Museum Hamburg in den letzten Jahren mehrere Ausgrabungen durch. Das Gebiet birgt ein für Hamburg einzigartiges Bodendenkmal, denn auf diesem Areal sind Reste der 1195 zum ersten Mal schriftlich erwähnten Kirche St. Nikolai erhalten. Die Geschichte dieser einstigen Hauptkirche ist aufs engste mit der Stadtgeschichte der Hansestadt verbunden und die Ausgrabungen der Archäologen haben zahlreiche neue Erkenntnisse zu ihrer wechselvollen Baugeschichte erbracht. In einer Ausstellung im Kellergewölbe des Mahnmals St. Nikolai erhalten die Besucher ab dem 2. September nun erstmals einen exklusiven Blick auf Funde und Ergebnisse dieser Forschungen.

Eine Ausstellung des Archäologischen Museums in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und dem Mahnmal St. Nikolai. Für die Sonderausstellung gilt der reguläre Museumseintrittspreis.

Weitere Informationen zur Ausgrabung sowie zu den Museumseintrittspreisen finden sie hier.

Quelle: Förderkreis Mahnmal St. Nikolai e.V.

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